Jupp testet die Welt
Diese Woche: Burgerbude gegen Mikrowelle. Wer macht den besten Cheesie?
Das Ergebnis der Vorwoche war eindeutig: Convenience ist die Zukunft der Küche. Stellvertretend für diese Vorgefertigten Produkte steht in dieser Woche ein Kultobjekt unserer Zeit auf dem Testplan: Der Cheeseburger. Er ist günstig, in der Regel mindestens essbar und schnell verdrückt. Doch welcher Cheesie ist der beste?
Kandidat 1
"Herzlich willkommen bei McDonalds, Ihre Bestellung bitte", hallt es aus dem Lautsprecher am Drive-In. Hier geht alles recht unkompliziert.
1:10 Minuten später ist der Burger verpackt, mit einem Euro bezahlt und wartet auf seine ausgiebige Begutachtung.
Das Brötchen ist platt und pappig. So kennt der Durchschnitts-Europäer den Exportschlager aus Amerika. Im Innern warten Frikadelle, Käse, ein Potpourri bunter Saucen und eine Zutat, an der sich die Geister scheiden. Das Scheibchen Gewürzgurke muss man lieben oder hassen. Ein Zwischending ist bei "Mäckes"-Burgern nicht drin.
Geschmacklich ist dieser Cheeseburger 1a. So kennt man ihn, so will man ihn. Schnell, unkompliziert und preisgünstig. Nur etwas wärmer dürfte er sein.
Kandidat 2
Nach einer halben Minute regt sich etwas. "Einen Moment bitte", sagt die freundliche Dame in dem kleinen Kasten am Wegesrand. Weitere vier Minuten später ist der Cheeseburger - übrigens bei gleichem Verkehrsaufkommen wie bei der Konkurrenz - verpackt und bezahlt.
Dafür verlangt Burgerking auch weniger Geld. Das Sandwich kostet hier nur 99 Cent.
Der Inhalt weicht kaum vom dem des ersten Testobjekts ab. Allerdings findet sich hier ein klares Bekenntnis zum Gürkchen. Herr King hat gleich zwei Scheiben draufgepackt.
Das Brötchen ist deutlich größer. Hier hat man etwas in der Hand. Der Burger ist auch zu Hause noch warm und schmeckt sogar nach Grill. Unter diesen Umständen ist sogar die lange Wartezeit schnell verziehen.
Kandidat 3
Der Erfolg der großen Burgerbuden hat andere Lebensmittelfirmen auf den Plan gerufen. Inzwischen gibt es diverse cheeseburgerähnliche Fertigprodukte in den Kühlregalen. Bei diesem Kandidaten hier ist der Name Programm. Heat & Eat, heißt das Produkt. Hier führt der Weg nicht über Los. Aufwärmen, essen, fertig!
Nach dem Auspacken verstärkt sich dieses Gefühl. Eine lieblos ins Brot geworfene Scheibe pürierten Schweins und eine heraushängende und abgebrochene Scheibe Käse warten auf den Käufer. Saucen? Fehlanzeige!
Der Käse sieht aus wie Fugensilikon. Auch Konsistenz und Geschmack ändern nichts an diesem Eindruck. Dafür ist der Burger trotz fehlender Saucen nicht zu trocken. Aus der Frikadelle tritt so viel Fett aus, dass er sogar saftiger zu sein scheint als das Original.
Zwar ist die Zubereitungszeit mit einer Minute in der Mikrowelle top und auch der Preis spricht mit 1,69 Euro im Zweierpack für "Heat & Eat", dafür fehlt diesem Sandwich aber jeder Geschmack. Es ist ein bisschen salzig und sehr fettig, mehr Eindrücke gibt es nicht.
Kandidat 4
Auch Discounter Tip hat einen Angriff auf das Käse-Fleischbrötchen gestartet. Mit 1,59 Euro ist dieser Doppelpack der unangefochtene Preissieger.
Der erste Eindruck ist allerdings erschreckend. Der Teller steht nach der zweiminütigen Tour durch die Mikrowelle unter Wasser.
Aufgeklappt sieht der Burger aus wie eine Qualle. Der Käse zieht dutzende Fäden. Es riecht nach Käsefondue.
Während der austretende Käse nach Gouda schmeckt, enttäuscht die Frikadelle völlig. Der Verzicht auf Sauce bestärkt den schwachen Gesamteindruck.
Fazit: Nicht empfehlenswert!
Kandidat 5 ist fast schon obligatorisch. Kann das altgermanische Fricken-Brötchen die Konkurrenz vom anderen Ende des großen Teichs ausstechen?
Während die Frikadelle in der Mikro auf Temperatur gebracht wird, bekommt das Brötchen eine Käse-Gurken-Ketchup-Garnitur.
Die Stoppuhr sagt, dass es möglich ist, den Eigenbau in 1:37 Minuten fertig zu stellen. Preislich liegt das Brötchen bei rund 1,50 Euro. Eigentlich ein guter Wert. Doch schmeckt's auch?
Das Fricken-Brötchen ist super. Geschmacklich liegen zwischen Burger und Brötchen Welten. Ein echter Vergleich ist daher kaum möglich, als Alternative taugt die Germanen-Version des Burgers aber allemal.
Fazit:
Cheeseburger erfüllen alle Ansprüche. Sie sollen schnell und preisgünstig satt machen. Zu günstig dürfen sie allerdings auch nicht sein, wie die insgesamt enttäuschenden Supermarkt-Produkte zeigen. An der Burgerbude führt also kein Weg vorbei, höchtens der über den Eigenbau.
In diesem Sinne, bis nächste Woche...