Jupp testet die Welt
Diese Woche: Das Amazon-E-Book "Kindle"
Amazon übertrifft mitten in der Krise erneut alle Erwartungen und legt einen beeindruckenden Gewinnsprung hin. Hauptgrund für das glänzende Ergebnis des größten Online-Buchhändlers ist das E-Book "Kindle".
Mit seinem Quasi-Monopol beim Online-Bücherversand besitzt Amazon eine große Marktmacht, die das Unternehmen nun auch auf dem Markt für elektronische Bücher nutzen will. Steven Kings neuestes Werk "UR" erschien nun beispielsweise exklusiv für den "Kindle". Inzwischen sind über 300.000 Bücher über den Kindle-Store von Amazon verfügbar. Deutschsprachige Bücher sind allerdings noch nicht dabei.
Auch eine Reihe international bekannter Zeitschriften und Magazine bieten "Kindle"-Versionen ihrer Ausgaben an, meist zu einem Preis deutlich unter der gedruckten Ausgabe. In diesem Fall die New York Times.
Zudem hat das E-Book einen Browser. Über eine Handy-Sim-Karte ist es mit dem Internet verbunden. In Deutschland kann derzeit allerdings nur die englischsprachige Seite der Online-Enzyklopädie Wikipedia aufgerufen werden.
Aus einer Übersicht können Bücher nach Genres gegliedert ausgewählt werden.
Hinter diesem Menüpunkt verbergen sich die abrufbaren Werke.
Entweder lädt sie der Nutzer gleich herunter, der Preis wird angezeigt,...
...oder er nutzt eine kostenlose und mehrseitige Voransicht des Buchs.
Weiteres Feature des "Kindle" ist eine Wörterbuch-Funktion.
Im Text wird der Cursor mit einem kleinen Stick auf das Wort gelenkt und schon erscheint am unteren Bildrand eine kurze Erklärung.
Per Tastendruck kann diese auch voll dargestellt werden.
Die Seiten werden genau so dargestellt, wie sie im Original aussehen. Zudem sorgt eine besondere Technologie für augenschonendes Lesen: Das Display arbeitet mit Tinte, die elektronisch angeordnet den Text erscheinen lässt.
Wer den "Kindle" aus Deutschland bestellt, muss inklusive Versand und Zoll etwas mehr als 220 Euro auf die virtuelle Ladentheke legen. Für Liebhaber englischsprachiger Literatur, die gleichzeitig technikaffin und experimentierfreudig sind, ist das sicher interessant. In Zahlen dürfte dieser Kreis allerdings klein ausfallen. Das Erscheinen deutschsprachigen Materials ist nur eine Frage der Zeit. Und darum geht es beim Lesen schließlich auch: Sich Zeit nehmen.
Ein bisschen Geduld ist in Europa also noch gefragt. In diesem Sinne, bis nächste Woche...