Jupp testet die Welt
Diese Woche: Das Elektroauto
Öko muss man nicht immer sehen können. Gut, der überdimensionale Schuko-Stecker auf dem Dach...
...und die Riesen-Steckdosen an den Radkappen machen dieses Elektroauto zu einem denkbar schlechten Beispiel für dezenten Umweltschutz.
Doch wenn sich Wissenschaft und Umweltbewusstsein vereinen, müssen Ego und Optik schon mal auf dem Kindersitz Platz nehmen.
Aber was hat es mit dem "Energiebündel" Elektroauto auf sich und wie fährt sich der Öko-Flitzer?
Zunächst braucht der Wagen Strom. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder kommt die Energie aus der Starkstromleitung oder - wie hier - per Adapter aus der normalen Steckdose.
Der Wagen hat keinen Tankstutzen. Hinter der vermeintlichen Tankklappe wartet ein Stecker.
Der wird mit dem beiliegenden Kabel verbunden, das sich die Energie aus einer Steckdose...
...oder - im übertragenen Sinne - direkt aus der Natur holt. Wer umweltbewusst fährt, sollte über einen Ökostrom-Anschluss für die heimische Garage nachdenken. Dann produziert der Wagen tatsächlich gar kein Kohlenstoffdioxid mehr.
Was das Schild mit der Aufschrift "nur Diesel tanken" in diesem Wagen zu suchen hat, konnte nicht abschließend geklärt werden.
Denn unter der Motorhaube sorgt lediglich ein in einem Stahlkasten verbauter Elektromotor für Antrieb. V8-Blubbern und Turbolader gehören damit der Vergangenheit an.
Das gilt in diesem Fall übrigens auch für das Spiel mit der Kupplung. Das Fiat Panda Electrica hat neben dem Leerlauf einen Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Dafür gibt es aber immerhin ein CD-Radio und elektrische Fensterheber.
Beides kostet allerdings Strom, was der Reichweite des Wagens abträglich ist. Der schafft bei optimalen Bedingungen rund 80 Kilometer. Erreichen die Akkus die 40-Prozent-Marke ist Schluss. Das beugt einer Tiefenentladung und damit dem technischen Garaus vor.
Doch genug zur Theorie. Wie verhält sich das Elektroauto im Alltag auf der Straße?
Im Stadtverkehr ist der Fiat ein ganz normaler Kleinwagen.
Das darf er auch sein, denn sein brennstoffbetriebener Bruder ist es schließlich auch. Das "Original" hat 60 bis 100 PS, der Elektroflitzer immerhin 49.
Bis zur 20-km/h-Grenze kommt nur wenig Schub. Danach steht der kleine Flitzer seiner Serien-Verwandtschaft in nichts nach.
Allerdings ist bei 100 km/h Schluss, was den Fiat zu einem reinen Stadtauto macht.
Geringe Reichweite, keine hohen Geschwindigkeiten und ein noch schlecht ausgebautes Ladestationsnetz. All das klingt zunächst nach Nachteilen. Dennoch ist das Elektroauto für den Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt schon jetzt eine gute Alternative. Alles weitere wird die Zeit bringen, denn die Entwicklung besserer Akkus startet erst jetzt richtig durch.
Das werde ich jetzt auch machen. Allerdings in einem Benziner. Der Preis von rund 23.000 Euro für den Elektroflitzer ist einfach noch zu hoch. Das soll sich aber in den kommenden Jahren ändern. In diesem Sinne, bis nächste Woche...