Jupp testet die Welt
Diese Woche: Den härtesten Kaffee der Welt
Winter ist die Zeit der hochprozentigen Getränke. Doch Glühwein verliert an Bedeutung. Kaffeehäuser erfreuen sich dagegen großer Beliebtheit, weshalb sich die Kaffeekultur der kalten Jahreszeit anpasst. Kaffee mit Schuss ist in Mode. Doch welcher trifft ins Schwarze und welcher streckt den Konsumenten eher nieder? Die niederländische Version ist hart, die deutsche gewöhnungsbedürftig und die russische kaum noch genießbar...
Diese Variation wird mit Rum serviert. Es ist ein bisschen wie beim Glühwein. Teurer Rum wäre Verschwendung, also wird natürlich ein einfacher verwendet. Das schmeckt dann aber auch so. Der Kubaner könnte auch als Heizöl verkauft werden.
Fazit: Durchgefallen
Kandidat 2: Der Italiener
Die italienische Variante wird selbstverständlich mit Amaretto gereicht. Auch hier empfiehlt sich ein einfacher Tropfen. Der Vorteil: Beim Amaretto ist die Kluft zwischen schlimm und exzellent nicht so groß.
Okay, das Mischverhältnis sollte gut gewählt werden. Mit zu viel Schuss langt der Italiener nämlich hart zu. Dennoch: Geschmacklich ist der Amaretto-Kaffee durchaus adventstauglich.
Fazit: empfehlenswert.
Hier schlägt die ganze Brutalität der niederländischen Exportschlager zu. Kaffee mit Eierlikör klingt schlimm, sieht schlimm aus...
...und schmeckt auch schlimm. Dagegen ist sogar Eierpunsch auf dem Weihnachtsmarkt eine Delikatesse. Gemischt mit dem Kaffee verschmiert der Likör den Gaumen und hinterlässt einen Geschmack, der selbst den Geruch eines echten Käsefondues in den Schatten stellt.
Fazit: durchgefallen
Hier muss selbstverständlich ein Bierchen her. Nichts ist deutscher als Bier, Sauerkraut und Weißwurst. Zumindest in den Augen der Konkurrenten. Und da Feststoffe im Kaffee seltsam aussehen würden, macht die Gerstenschorle das Rennen.
Die äußere Erscheinung erinnert stark an ein Guinness.
Der Geschmack leider auch. Ergo: nicht trinkbar.
Der Russe muss selbstverständlich mit Wodka serviert werden. Doch echte Kenner mischen den Kaffe nicht damit, sondern stellen ihn daraus her...
Wodka in die Maschine, Kaffeepulver drauf und...
...ab auf den Herd. Nur fünf Minuten später ist der Russe trinkfertig.
Der Geruch verbreitet Angst im Raum. Sobald sich der Deckel hebt, beginnen die Augen zu brennen.
Gekniffen wird aber nicht. Schnell ein Liedchen zur Aufmunterung pfeifen und ab dafür.
Der Russe schmeckt so wie er riecht: Nach Sprit.
Mit diesem Gemisch könnte man problemlos eine vollbeladene Antonov von Frankfurt nach Sibirien fliegen. Diese Mischung ist quasi der Wodka-Red-Bull 2.0.
Fazit: nicht trinkbar und nicht nachzuahmen.
Der Gewinner ist ganz klar der Italiener. Der Amaretto schmeckt auch in warmen Getränken und schenkt dem Kaffee damit eine runde Note.
Die übrigen Versionen eignen sich höchstens zum Kamin anfeuern oder als K.o.-Tropfen. Und das trotz des Koffeins!
In diesem Sinne, eine besinnliche Adventswoche und bis nächsten Montag (wenn ich bis dahin wieder sehen kann)...