Jupp testet die Welt
Diese Woche: Die Kerze mit Licht
Ein Leser schrieb kürzlich: "Hey Jupp, du hast doch mal diese 'Sonne im Glas' getestet. Die selbe Firma stellt jetzt beleuchtete Kerzen her. Diesen Blödsinn solltest du dir mal ansehen."
Was soll ich sagen? Vielen Dank für den Hinweis!
Historisch betrachtet dient eine Kerze schlicht dem Erzeugen von Licht. Ihre zentrale Aufgabe ist das auch heute noch - wenn wir inzwischen auch elektrisches Licht in allen Formen und Fraben haben.
Eine Lampe in den Boden einer Kerze einzubauen erscheint daher auf den ersten bis vierten Blick durchaus überflüssig. Oder ist der Effekt am Ende so überraschend wie bei der Sonne im Glas?
Eins vorne weg: So nett das Farbenspiel bei dem Test vor einigen Wochen auch aussah: Die Sonne im Glas hat keine Woche überlebt. Ein Kabel hat sich im Inneren gelöst. Der bunte Spaß war damit schnell dahin. Wenn das nächste Mal irgendwo ein Lötkolben benötigt wird, werde ich sie zu reparieren versuchen. Bis dahin ist die dahin.
Die "Regenbogen-Kerze" gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das Modell "Spießer" zeigt uns ein Eigenheim.
Aus der Folie gepellt bietet sich dem Betrachter ein Haus mit verschneitem Dach und Vorgarten.
Die Warnhinweise sagen übrigens nichts über das Innenleben aus. Hier steht nur das Übliche zum Thema "nicht die eigene Butze abfackeln" und so weiter...
In diesem Fall sollte man den Hinweis aber nicht zu wörtlich nehmen, schließlich hat man das Kerzenhaus ja zum Anzünden gekauft. Und für knapp fünf Euro ist es zum blanken Anstarren auch schlicht zu teuer...
Die Farbwechsel ergeben übrigens tatsächlich einen netten Effekt. Viel besser oder esoterischer fühle ich mich jetzt aber nicht.
Vielleicht kann das ja die erweiterte Version ändern. Zwar ist diese in eine herkömmliche Kerzenform gegossen, der Regenbogeneffekt ist dafür aber nicht das einzige Gimmick. Diese Kerze soll nämlich ein weiteres Sinnesorgan bedienen.
Nach dem Anzünden wird sie einen leichten Bratapfelduft entfalten. Laut Beschreibung kann das allerdings etwas dauern.
Der Geruch wird nichtmal bei direktem Kontakt mit dem Riechkolben wahrgenommen. Dieses Versprechen wird definitiv nicht eingehalten.
Im Vergleich zur "Sonne im Glas" funkelt die Kerze tatsächlich durchgehend. Allerdings wird der Effekt nur erreicht, wenn es im Raum relativ dunkel ist. Damit ist sie als stimmungsvolle Hintergrundbeleuchtung beim Lesen eines Buchs zu schwach.
Würde man die zehn Euro, die hier abbrennen, also in Strom für eine durchschnittliche Energiespar-Leselampe investieren, so könnte beim Düsseldorfer Durchschnittsstrompreis gut sieben Monate durchgelesen werden. Und umweltfreundlicher wäre das auch. Schließlich sollen die unteren drei Zentimeter der Kerze samt enthaltener Technik in den Hausmüll gegeben werden.
Ich hab dann mal noch ein paar Wochen zu lesen. In diesem Sinne, bis nächste Woche...