Jupp testet die Welt
Diese Woche: Die Sonne im Glas
In diesem Glas sollen Kunden einer großen Supermarktkette ein paar Stündchen Sonnenlicht speichern können. Das jedenfalls verspricht die Verpackung des zehn Euro teuren Einmachglases. Das vermeintliche Geheimnis:...
...Solarzellen, die mit einem Akku verbunden sind.
Dieser wiederum speist eine LED, die das gespeicherte Sonnenlicht in der Nacht als regenbogenfarbenes Licht abgeben soll.
Dass dieser Mechanismus schon defekt aus der Verpackung kommt ist sicher gewollt. Neu-Besitzer dieser esoterisch angehauchten Seltsamkeit müssen vermutlich nach dem Kauf ihren geistigen Zustand anhand einer kleinen handwerklichen Meisterleistung unter Beweis stellen und...
...den Reflektor an der entsprechenden Stelle befestigen. Und das ganze selbstverständlich ohne Anleitung.
Der kleine Lichtsensor links oben soll bei Dunkelheit die Abgabe der "eingefangenen" Sonnenstrahlen auslösen.
So, und wie fange ich nun die Sonne ein?
Und was, wenn gar keine Sonne scheint?
Das Glas bleibt einfach einen Tag lang in der Regenrinne stehen und sobald sich die Sonne zeigt, wird sie gnadenlos ins Glas gesogen. Mal sehen, ob sich bis zum Abend etwas tut.
Tatsache, kaum wird es draußen dunkel, beginnt das Glas zu leuchten. Erst Türkis, dann rot und dann blau.
Sobald das Licht eingeschaltet wird, ist der Spaß allerdings vorbei, weshalb man sich nur bei völliger Dunkelheit so schön an seinem Sonnenglas erfreuen kann.
Beworben wird das Spielzeug übrigens als "dekoratives Einmachglas mit raffinierter Solartechnik". Das ganze ist so raffiniert, dass man mit dieser "Solartechnik" sicher auch noch andere Dinge betreiben könnte.
Wer weiß, vielleicht ist es ja eines Tages sogar möglich, mit dieser "Solartechnik" einen Taschenrechner zu betreiben. Verrückte Vorstellung, oder?
Ich träume noch ein bisschen weiter von der Zukunft. In diesem Sinne, bis nächste Woche...