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bernd begemann 09-2009 panorama, rpo, bluhm
  Foto: RPO, Franziska Bluhm
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Liedermacherwoche: Keiner ist so toll wie Bernd

VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 25.10.2009 - 00:58

Düsseldorf (RPO). Ich kann hier ja nur verlieren. Über Bernd Begemann schreiben? Den großartigen Bernd Begemann, den Entertainer, begnadeten Musiker, Liedermacher (sic!), Papa, (meist) Gutgekleideten und Seifenblasenpistolenbesitzer? Ihm in einem einzigen Text gerecht zu werden kann nur in die Hose gehen. Aber ich muss es versuchen. Weil kein anderer so schön über die Liebe und das Leben singt.

Bernd Begemann - besser als sein Vorname.  Foto: Sven Sindt
Bernd Begemann - besser als sein Vorname. Foto: Sven Sindt

Alles begann bei einem Konzert in Düsseldorf. Ein höchst unschönes Ereignis, denn es war kein eigentliches Begemann-Konzert, sondern Kettcar, die da im Zakk spielen sollten. Es war die Zeit, da hatten Kettcar schon einen viel zu langen Sommer auf allen möglichen Festivals gespielt. Man kannte sie und das Zakk war ausverkauft. Und Begemann hatte die undankbare Aufgabe, der Vorturner zu sein, der die Masse über die erste Dreiviertelstunde bringen sollte. Doch das war nichts für ihn. Sie waren laut bei Bier und Kippen, sie redeten viel zu viel und konnten mit dem Mann auf der Bühne, der zwischen und während seinen Liedern versuchte, seine Geschichten zu erzählen, nichts anfangen.

Info
Bernd Begemann hat natürlich auch eine Webseite. Zusammen mit Band-Mitglied Ben Schadow und Kay Otto macht er sehr regelmäßig auch den wunderbar nerdigen Filmpodcast Ohrensessel.  

Jetzt, ein paar Jahre später gibt es keinen Musiker, den ich häufiger live gesehen habe. Mal alleine, mal mit der "Befreiung", seiner Band. 2007 ganz häufig im "Blue Shell" in Köln, als er jeden Monat dort einkehrte, um eines seiner Alben zu spielen. Erst letztens mal im September in Berlin. Neue Platte, und BKA Theater.

Apropos, neue Platte. "Ich erkläre diese Krise für beendet" heißt die, es ist eine von vielen, die in den vergangenen Jahren erschienen ist. Schöne Melodien, tolle Texte - Songs, bei denen man sich immer wieder denkt, warum nicht schon irgendein anderer Mal darüber gesungen hat ("Ich identifiziere mich nicht mit der Firmenphilosophie", "Du bist mein Niveau"). Ein typisches Begemann-Album und das ist nicht so gemein gemeint, wie es klingt. Das Bewährte bei "Exfreundin in Berlin" - die Liebe, die Frauen, vermutlich Bernds Frauen. Und dieses "Wir drei", in dem er lahlehluhend die schaurigspießigschöne Dreisamkeit besingt.

Einer dieser Songs, in denen Begemann den Finger in die Wunde legt. Songs, die vielleicht erklären, warum er, der in den vergangenen Jahren rund 300 Songs herausgebracht hat, keinen wirklichen Hit gelandet hat. Aus der Provinz, vom Erwachsenwerden, vom Sich-Finden im Leben, in der Liebe, beim Ankommen, wo auch immer. Weil er die Momente besingt, in denen man sich gerade wohl fühlt und sich gleichzeitig ein klitzekleines Bisschen dafür schämt. Gerne unbequem, ehrlich und manchmal auch böse.

So wird Bernd Begemann auch mit dieser Platte wieder auf Tour gehen (im Dezember zum Beispiel in der Kulturkirche in Köln). Unzählige Konzerte mal allein, mal mit der Band. Singen, rumalbern und viel erzählen. Von der Liebe und dem Leben. Das, was er eben am besten kann. Eigentlich kann man nur hoffen, dass er nicht doch irgendwann noch einen großen Hit landet.


 
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