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Mein Herz schlägt schneller: Das schönste Liebesgeständnis der Filmgeschichte

VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 00:01

Düsseldorf (RP). Sagte man früher „das waren schöne Bilder“ über einen Film, war das der Tod. Spätestens seit „Barfuß“ ist das anders. Kaum ein Film zuvor und kaum einer danach war so großartig aufgenommen, hatte Farben, die zum Niederknieen und Perspektiven, die zum Heulen schön waren.

Nick ist, was man Verlierer, Leila das, was man irre nennt. Er verliert einen Job nach dem nächsten, kommt mit dem Mann seiner Mutter und dem Bruder nicht klar, ist das schwarze Loserschaf der sehr poshen Familie. Leila lebt in einer Anstalt. Sie ist jahrelang von ihrer Mutter eingesperrt worden, weiß nicht, wie die Welt da draußen funktioniert – und ist immer barfuß. Ihre Füße will sie nicht einsperren, sie selbst ist es ja schon.

Nick trifft Leila im Waschraum der Anstalt. Er hat gerade seinen letzten Job als Putzmann dort versaut und sieht, wie Leila auf einen Stuhl steigt, um sich mit ihrer Bademantelkordel zu erhängen. Nick rettet Leila. Leila folgt Nick überall hin.

Auf ihrer gemeinsamen Reise zur Hochzeit von Nicks Bruder finden die beiden, der Verlierer und die Irre, auf eine ganz bezaubernde Art zusammen. Irgendwann weiß Nick, dass niemand Leila anfassen darf, dass sie manchmal Anfälle hat, bei denen nur die Tabletten in ihrem kleinen Köfferchen helfen, dass die normale Welt nicht ihre ist. Sie fährt mit ihm Bus und Zug, geht mit Nick auf eine Hochzeit, schläft in einem Hotelbett.

Nick und Leila lehren sich gegenseitig leben: er, dass manchmal alles ganz einfach ist, wenn man nur auf dieses verdammte Herz hört, sie, dass es im Leben so viel mehr gibt als fest verschlossene Türen, Schwestern und Mamas. Und immer diese schönen Bilder.

Til Schweiger, der „Barfuß“ produziert und die Hauptrolle gespielt hat, hat mit dem Film ein Meisterstück abgeliefert. Und eine Riesenüberraschung: Schließlich galt bis dahin, dass Til Schweiger nur ein Gesicht hat und nur den romantisch-trotteligen topaussehenden Typen kann. In „Barfuß“ hat er irgendwie auch nur ein Gesicht, aber es passt. Und er ist ganz weit weg von nur romantisch-trottelig. Nicks Verwandlung ist fast greifbar, so sehr ist sie da. Genau so Johanna Wokalek. Sie spielt die verstörte Leila, die sofort daran glaubt, in Nick den Richtigen gefunden zu haben mit einer verhuschten Naivität, gleichzeitig aber mit einer Präsenz, die Gänsehaut macht.

Außerdem macht sie in "Barfuß" das schönste Liebesgeständnis der Filmgeschichte.

„Wir sind zusammen Zug gefahren und Taxi. Wir haben getanzt und wir haben zusammen in einem Bett geschlafen. Wir haben Fahrscheine gekauft und Eis gegessen, wir haben den Mond gesehen. Und ich habe sein Herz gehört.“

Die DVD von „Barfuß“ gibt es ab acht Euro im Fachhandel.


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