Herzrasen: Der beste Coen-Film, der nicht von den Coens stammt
VON CHRISTIAN HERRNDORF - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 23:17Düsseldorf (RPO). Der Fluch ist ein Segen. Der Fluch: Wenn es die Coen-Brüder und ihre Filme („Fargo“, „The Big Lebowski“, „No Country For Old Men“) nie gegeben hätte, wäre der österreichische Film „Der Knochenmann“ eine absolute Sensation. Der Segen: Da das eh keiner bemerkt hätte, besitzt der Zuschauer dank der Coen-Filme einen genauen Maßstab, um zu wissen, wie brillant „Der Knochenmann“ ist, der es nun auf DVD gibt.
„Der Knochenmann“ ist die dritte Verfilmung eines Wolf-Haas-Krimis, die allesamt vor allem eine Frage aufwerfen: Wer ist noch großartiger? Der stets auf Umwegen und unfassbar lapidar erzählende Autor oder der Hauptdarsteller Josef Hader, der die Figur des nicht immer freiwilligen Detektivs Simon Brenner spielt, als hätte er und nicht Haas sie erfunden?
Im Vergleich mit den schon sehr guten Werken „Komm süßer Tod“ und „Silentium“ ist „Der Knochenmann“ noch einmal eine deutliche Steigerung. Der Film ist düsterer, witziger, grotesker und vor allem noch besser besetzt. Neben Hader brillieren der traurig verliebte Josef Bierbichler und Birgit Minichmayr.
Nach all der abstrakter Lobhudelei zwei konkrete Beispiele, die zeigen, warum die lange Vorrede die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist. Beispiel 1: Nie ist jemand in einem Film so großartig mit einem Cabrio gefahren wie Brenner alias Hader. Beispiel 2: Brenner wird in einer Pension sehr unfreundlich empfangen. Deshalb er: „Der Gast ist König, schon mal gehört?“ – Der Wirt (Bierbichler): „Das ist kein Gasthaus, das ist ein Wirthaus.“
„Der Knochenmann" ist auf DVD für rund 14 Euro erhältlich.
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