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Mein Herz schlägt schneller: Der beste Film über Lebensmittelkontrolleure

VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010

Düsseldorf (RPO). Norddeutschland hat mit "Die Schimmelreiter" die Melancholie-Meisterschaft 2009 gewonnen - jetzt erscheint der wunderbare Film endlich auf DVD.

Aus den beiden machen auch Traumfrauen und Mütter keine Freunde.  Foto: Verleih/rpo 2009
Aus den beiden machen auch Traumfrauen und Mütter keine Freunde. Foto: Verleih/rpo 2009

Der erste Geniestreich gelingt Regisseur Lars Jessen schon, bevor der Film beginnt. Er hat aus den vielen, vielen Haupt- und Nebenakteuren der Tatorte die beiden besten Schauspieler zusammengebracht. Peter Jordan, der doch nie ganz sympathische Chef des verdeckten Ermittlers in Hamburg, und Axel Prahl, den immer sehr st.-pauli-esken Kommissar Thiel aus Münster. Beide laufen hier mühelos zu Bestform auf.

Im Film selbst erscheint Jessen einfach nur konsequent. Alles, was in anderen Filmen sich irgendwann zum Guten dreht, bleibt hier einfach bitter. So selten wie das Leben das Glück mit beiden Händen verteilt, so selten geschieht das eben bei den beiden Hauptfiguren – und das kann in 94 Minuten auch schon mal gar nichts sein. Hoffnung mag zuletzt sterben, aber auch sie hält nicht ewig durch. „Die Schimmelreiter“ sieht aus, wie die besten Platten von Element of Crime klingen.

So bleibt Prahl der versoffene, misantrophische und verlogene Tilmann und wird nicht durch den schleimigen und pseudo-coolen Fuchs (Jordan) bekehrt, weil auch der nichts anderes als ein Heuchler ist. Und selbst Traumfrauen, Mütter und deren Frikadellen können daran nichts ändern.

„Die Schimmelreiter“ ist auf DVD für rund 18 Euro erhältlich.


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