Mein Herz schlägt schneller: Der brutalstwitzigste Film Österreichs
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 - 08:25Düsseldorf (RPO). Völlig untypisch für unsere Rubrik „Mein Herz schlägt schneller“ fällt der Superlativ diesmal mal etwas zurückhaltend aus. Aber den Titel bester Film Österreichs zu vergeben, ist schlicht zu riskant. Die Österreicher sind die absoluten Großmeister der Melancholie, ihr Humor ist so hinter- und untergründig, dass er gerne auf halber Strecken liegen bleibt und in irgendeiner Nische findet sich immer ein Film, der in diesen Kategorien neue Bestleistungen vollbringt. Aus einer solchen Nische stammt auch „Immer nie am Meer“.
Sicher verdient hat das Werk von Antonin Svoboda auf jeden Fall das Prädikat „brutalstwitzigster Film“ des Landes. Denn schon wenn die Geschichte ihre Ausgangsposition erreicht, hat er die drei Hauptfiguren schon dermaßen gegeneinander prallen lassen, dass keine Steigerung mehr möglich scheint.
Da sind die beiden Noch-Schwager Anzensgruber und Baisch, der eine trunksüchtig und lebensunwillig, der andere gerade verlassen und König des Selbstmitleids. Die beiden lesen den talentfreien Schützenzelt-Komiker Schwanenmeister (so brillant wie ekelig Heinz Strunk) auf und geraten mit ihm von der Straße ab und bleiben im Wald genau so zwischen zwei Bäumen liegen, dass sie sich nicht befreien können. Dummerweise sind die Scheiben aus Panzerglas, und die Elektronik spinnt.
So hocken die drei nun mit ein paar Flaschensekt und einer großen Portion Fischsalat im Auto und Regisseur Svoboda verpasst ihnen eine Extraladung Österreichisch. Lektion 1: Niemand ist bemitleidenswert, denn er ist garantiert hinterhältig. Lektion 2: Wer doch nett ist, den bestraft das Schicksal umgehend. Lektion 3: Kinder sind die schlimmsten von allen.
„Immer nie am Meer“ ist auf DVD erhältlich und kostet knappe 20 Euro.
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