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Mein Herz schlägt schneller: Der eastwoodigste Western ohne Eastwood

VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008 - 08:39

Düsseldorf (RPO). Tommy Lee Jones ist der FC St. Pauli unter den Schauspielern. Nie einer fürs Auge, immer einer für den Bauch. Unter den Regisseuren allerdings ist Herr Jones mindestens Manchester United. Bester Beweis: sein Debüt „Three Burials“, der härteste Western seit einer Ewigkeit und dem eastwoodigsten Western ohne Eastwood überhaupt.

So hat Herr Jones seinen Film verpackt.  Foto: Cover Three Burials RPO 2008
So hat Herr Jones seinen Film verpackt. Foto: Cover Three Burials RPO 2008

Seinen einen Gesichtszug leiht Tommy Lee Jones in „Three Burials“ einem älteren Cowboy im 21. Jahrhundert, der Freundschaft mit einem mexikanischen Hilfsarbeiter schließt. Diesen Mexikaner erschießt ein Grenzpolizist aus Versehen, stellt sich aber nicht. Old Tommy Lee spürt ihn auf, entführt ihn und zwingt ihn, den toten Freund in dessen Heimat zu begraben. Der Titel lässt ahnen, wie oft – aber zum Glück nicht warum.

Während die Reise nach und durch Mexiko vor allem die erbarmungslose, leicht wahnsinnige Seite der Geschichte erzählt, zeigt der Filmemacher seine Meisterschaft im ersten Teil. Es ist als nehme er drei, vier Zeitebenen, werfe sie alle in die Luft und filme sie in der Reihenfolge, in der sie herunterfallen. Die Ebenen sind nicht durch Zeitangaben oder Farben zu erkennen und doch jongliert Tommy Lee Jones so famos damit, dass es ein innerer 4:0-Fußball-Samstag-Nachmittag ist, ihm zu folgen.

„Three Burials“ ist auf DVD erhältlich und kostet etwa 15 Euro.


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