Herzrasen: Die neue Staffel von "Prison Break" jetzt auf DVD
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 02.12.2009 - 09:08Düsseldorf (RPO). Aus zwei Gefängnissen ist Michael Scofield schon ausgebrochen, jetzt kommt er in eine Art offenen Vollzug und soll zur Abwechslung mal in ein Gebäude einbrechen. Mit einer unfreiwillig aberwitzigen Mischung aus Seifenoper und Verschwörungsactionkracher geht die Serie „Prison Break“ in ihre vierte und letzte Staffel, die es ab Dienstag auf DVD zu kaufen gibt – und die sich genau aus den genannten Gründen sehr lohnt.
Es gibt Momente im Leben eines Drehbuchautoren für eine wirklich schlechte Daily Soap, in denen er denkt „Das geht nun wirklich nicht.“ Und es gibt sicher auch Momente, in denen die Autoren von „24“ denken „Die vierte Atombombenexplosion in einer Stunde – okay. Aber das geht nun wirklich nicht.“ Solche Momente gibt es bei den Autoren von „Prison Break“ zum Glück nicht. Es gibt keinen, und wirklich keinen noch so abstrusen Einfall, für den sie sich schämen würden.
Wer die vierte Staffel bereits gesehen hat, muss Menschen, die er damit anfixen will, gar nicht viel verraten. Nur das: Die Faszination, die die Serie in der ersten Hälfte der ersten Staffel hatte und in Teilen der zweiten noch einmal hatte, ist weg. Stattdessen überraschen die Erfinder einfach mit jeder Menge Einfällen, von denen der Zuschauer glaubt, dass kein Mensch der Welt sie bei einem Arbeitgeber durchkriegen würde, und fesseln sie so an jede Folge.
Parallel dazu läuft der Wettbewerb der ausdrucksärmsten Gesichter der Welt. Beinah hoffnungslos zurück liegt dabei Hauptdarsteller Wentworth Miller, der es auf fast drei Gesichtsausdrücke bringt: den genialen, den leidenden und so eine Art liebenden. Noch Chancen auf den Titel besitzt Dominic Purcell, der Scofields Bruder Lincoln spielt und wie in den Staffeln zuvor einfach bei seiner Stand-By-Ausgangs-Mimik bleibt. Übertroffen wird er allerdings vom neuen Gegner der Guten, Cress Williams (spielt in „Grey’s Anatomy“ den Ehemann von Dr. Bailey), der tatsächlich nahe der null Gesichtsausdrücke ist, in seinem Fall allerdings, weil es seine Rolle auch erfordert.
Falls das alles hier noch nicht wie eine Hymne geklungen haben sollte, noch einmal mit Anlauf: „Prison Break IV“ ist großartig, weil es trotz aller Plattitüden unberechenbar bleibt, weil es einige starke Figuren und sogar einen sehr guten Schauspieler (Robert Knepper) besitzt und weil der Nachschub von „24“ einfach nicht ausreicht, um ein ganzes Jahr damit zu bestreiten.
Die neue Staffel von „Prison Break“ ist ab sofort erhältlich und kostet rund 45 Euro.
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