Mein Herz schlägt schneller: KDD - endlich geht es weiter
VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 12.02.2008 - 21:26Düsseldorf (RPO). Freitagabends fernzusehen wird regelmäßig bestraft: unwitzige Comedy-Serien gibt es, irgendwas mit Cordula Stratmann oder Günther Jauch. Im vergangenen Jahr aber gab es ein paar Freitage, die fernsehtechnisch perfekt waren. Die Freitage, an denen „KDD – Kriminaldauerdienst“ auf dem ZDF lief. Im Frühjahr, das hat der Sender gerade verkündet, geht es weiter.
Üblicherweise sind Krimiserien relativ simpel. Die Fälle sind meist nach einer Folge abgeschlossen, einen roten-Staffel-Faden gibt es selten. Die Kommissare sind entweder so unfehlbar, dass es unglaubwürdig wirkt oder haben so eine schwere Störung, dass sie in Therapie gehören.
Bei „KDD“ ist das alles anders. Die große Geschichte zieht sich von der ersten bis zur letzten Folge, und selbst danach ist noch nichts klar. Von den Verbrechen und ihren Verbrechern wurde so noch nie zuvor erzählt. Die Figuren sind so menschlich, dass ihre Probleme und Unzulänglichkeiten unmittelbar nachvollziehbar sind. Die Ermittler sind nie nur nett, nie nur böse oder irre. Schwarz und weiß gibt es nicht bei den „KDD“-Figuren, dafür aber sehr viel grau.
Schon die Besetzungsliste zeigt, dass die Serie, die das ZDF komplett ins Netz stellte, besonders ist. Götz Schubert, Barnaby Metschurat, Saskia Vester, Manfred Zapatka, Jürgen Vogel, Tom Schilling, Jördis Triebel. Es geht um die Geschichte jedes einzelnen und das, ohne dass es peinlich-voyeristisch wirkt.
Richtig gute Filme sind so echt, so sehr da, dass etwas beim Zuschauer passiert. Und dass er die Woche, die er bis zur nächsten Folge warten muss, verflucht. Wie bei „KDD – Kriminaldauerdienst“.