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Teletest: Durch die Nacht mit Steven Gätjen

VON STEFAN PETERMANN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 07:15

Weimar (RPO). Diesmal gibt sich der Teletest nicht mit halben Sachen zufrieden. Immerhin verliert ein Schriftsteller den Verstand und ein anderer manipuliert mit Rasierklingen. Zum Glück rettet ein Teufelskerl die Welt und ein schwarzer Schwan kriegt einen goldenen Jungen.

Wer diese Figur in der Vitrine stehen hat, ist auf jeden Fall kein Komödienschauspieler.  Foto: ddp
Wer diese Figur in der Vitrine stehen hat, ist auf jeden Fall kein Komödienschauspieler. Foto: ddp

1885 – Der Sturm auf Afrika | Dokuspiel |
Mittwoch, 23. Februar, 20.15 – 21.40 Uhr, Arte

Inhalt 1885 besiegelte die Kongokonferenz das Schicksal Afrikas. Teilten dort doch westliche Staaten unter Vorsitz des deutschen Reichskanzlers einen Kontinent untereinander auf. Die Dokumentation zeigt mit nachgestellten Szenen, wie es damals abgelaufen sein könnte.

Warum anschauen? Wenn man heute über die Katastrophe im Sudan, das Elend im Kongo oder den Krieg in Uganda spricht, spricht man auch über willkürliche Grenzziehung und Verteilung von Land. Hier lässt sich noch einmal die Arroganz der westlichen Welt nachvollziehen.

Man lernt So etwas wie einen „ehrlichen Makler“ gibt es nicht.

Shining | Thrillerhorror |
Mittwoch, 23. Februar, 22.25 – 0.45 Uhr, Kabel 1

Inhalt Eigentlich passt das Jack ganz gut: soll er doch in den Wintermonaten auf das leerstehende Hotel in den Bergen Colorados aufpassen. Dabei findet er endlich einmal die Zeit zu schreiben. Eher ungünstig, dass Jack auch langsam dem Wahnsinn verfällt.

Warum anschauen? Stanley Kubrick hat keine Filme gedreht, sondern Standardwerke. Wie diesen Horrorfilm, wie diesen Psychothriller. Auch ohne „Shining“ gesehen zu haben, könnte jeder Mensch auf Anhieb mindestens drei ikonische Bilder daraus benennen; seien es die Zwillingsmädchen, die Dreiradfahrt durch die endlosen Korridore oder natürlich den mit-der-Axt-durch-die-Tür-Nicholson.

Man lernt Arbeit alleine macht auch nicht glücklich.

Hier geht‘s zum Trailer.

Ex Drummer | Groteske |
Donnerstag, 24. Februar, 23.30 – 1.15 Uhr, Arte

Inhalt „The Feminists“ suchen einen Schlagzeuger. Den finden sie in der Person des Schriftstellers Dries. Nur hat er noch andere Interessen, als die Doublebass zu treten: sieht er die Band doch als grandioses menschliches Experiment und versucht sich deshalb an Manipulationen.

Warum anschauen? Wer hier Konventionelles erwartet, wartet lang. Hat es sich dieser belgische Streifen doch zur Aufgabe gemacht, ein Maximum an Verstörung und Unbehagen zu erzeugen. Dabei zählen verschluckte Rasierklingen noch zu den harmlosen Dingen.

Man lernt keinen Sympathieträger kennen. Was den Film im Prinzip unerträglich macht.

Hier geht‘s zum Trailer.

Hellboy – Die goldene Armee | Fantasy |
Sonntag, 27. Februar, 20.15 – 22.25 Uhr, RTL

Inhalt Elfenprinz Nuada stiehlt eine Krone, mit der er Kontrolle über eine Armee mechanischer Soldaten erlangen könnte. Gemeinsam mit Abe und Liz schickt sich der halbgehörnte Hellboy an, die Welt davor zu schützen. Dabei nicht immer hilfreich: Johann Kraus, ein Geist aus Ektoplasma und außerdem Hellboys Vorgesetzter.

Warum anschauen? Weil unterhaltsamer, tiefgründiger und origineller als der zeitgleich laufende, bräsige „Benjamin Button.“ Allein die Szene, in der der Teufelsjunge und das Amphibienwesen Barry Manilow singen, rührt mehr an als ein komplett rückwärts erzähltes Leben.

Man lernt Der Elfenkönig wird von Luke Gross gespielt. Der ist einer der beiden Brüder von „Bros“, die vor vielen Jahren mit „When Will I Be Famous?“ einen Hit hatten.

Hier geht‘s zum Trailer.

Oscar-Verleihung | Liveshow |
Montag, 28. Februar, 2.00 – 6.00 Uhr, Pro7

Inhalt Einmal im Jahr entscheidet eine prominent besetzte Jury über die filmischen Höhepunkte des Jahres. Wer dabei sein will, lässt sich auf dem roten Teppich von Steven Gätjen Fragen stellen, lacht, wenn der Moderator gallige Scherze über die botoxgespritzten Wangen macht und dankt so lange überschwänglich auf dem Podium, bis Orchestermusik einen von der Bühne scheucht.

Warum anschauen? Auch wenn sich diesmal die Spannung in Grenzen halten dürfte, da etliche Preisträger so gut wie feststehen („King`s Speech“ als bester Film, Natalie Portman und Colin Firth bei den Darstellern, „Toy Story 3“ bei den Animationsfilmen): eine Pflichtveranstaltung ist diese bombastische Liveübertragung dennoch.

Man lernt In diesem Jahr ausgezeichnet werden könnte: Der Moderator. Eine Schwangere. Eine 14jährige. Ein Titelverteidiger. Und erfreulicherweise nicht: Florian Henckel von Donnersmarck.


 
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