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Teletest
Mafia minus Popkultur
Teletest: Mafia minus Popkultur
Verhaftung eines Mafiabosses. FOTO: AP, AP
Weimar (RPO). Vier wunderbare Literaturverfilmungen eifern diesmal um die Gunst des Publikums. Es geht um sprechende Affen, den Himmel, Verbrechen und Blinde. Außerdem bleibt Giorgio hartnäckig. Von Stefan Petermann

Letztes Jahr in Marienbad | Kunstfilm |
Montag, 8. August, 20.15 – 21.45 Uhr, Arte

Inhalt Giorgio behauptet, dass Delphine ihn kennt. Mehr noch, sie hätten sich sogar in Marienbad verabredet. Delphine glaubt ihm nicht. Doch Giorgio bleibt hartnäckig.

Warum anschauen? Selten hat sich ein Film mehr um die Bezeichnung „Kunstfilm“ verdient gemacht. Die Geschichte lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen, was gut so ist, weil das Entscheidende die surreale Atmosphäre ist, in denen einen die schattenlosen Bilder ziehen.

Man lernt mehr über die Dreharbeiten zu „Letztes Jahr in Marienbad“, wenn man im Anschluss das von Volker Schlöndorff kommentierte Making-Of „Erinnerungen an Marienbad“ sieht.

Hier geht‘s zum Trailer.

Planet der Affen 1 - 4 | Science-Fiction-Klassikerreihe |
Donnerstag, 11. August, 21.40 – 4.25 Uhr, Kabel 1

Inhalt Auf der Erde landen intelligente Affen aus der Zukunft. Als sie versklavt werden, erheben sich die Affen. Einige Jahrtausende später entdecken zeitreisende Astronauten den Kopf der zerstörten Freiheitsstatue auf einem Planeten der Affen. Eine Sekte jagt daraufhin die Erde mit einer Atombombe in die Luft.

Warum anschauen? Kabel 1 zeigt vier Filme der Original-Serie. Dabei ist „Planet der Affen“ ein Klassiker, dessen Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Fortsetzung „Rückkehr zum Planet der Affen“ enttäuscht durch halbgare Ideen und einem gelangweilten Charlton Heston auf ganzer Linie. Mit „Flucht vom Planet der Affen“ gelingt ein origineller und witziger Neuanfang. Und „Eroberung vom Planet der Affen“ schließlich begeistert durch seine gesellschaftskritische Haltung.

Man lernt, wie sich die Affen heute machen, wenn man ins Kino geht und dort den heute startenden und mit viel Vorschusslorbeeren bedachten „Planet der Affen – Prevolution“ ansieht.

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Gomorrha | Mafiadrama |
Donnerstag, 11. August, 22.45 – 0.55 Uhr, ARD

Inhalt Totò möchte gern zur Mafia gehören. Da ist er in Neapel genau richtig. Er verhält sich hilfreich. So gelingt ihm der Einstieg. Bald muss er sich für den Clan und somit gegen seine Freunde entscheiden.

Warum anschauen? Die Inhaltsbeschreibung gibt nur lose wieder, was Roberto Saviano, dem Autor der berühmten Vorlage, wichtig ist: die Mafia von allen popkulturellen Klischees zu befreien und so zu zeigen, wie sie wirklich ist: ein lokal und global erfolgreiches, skrupelloses Verbrecherkartell.

Man lernt Nach der Veröffentlichung von „Gomorrha“ erhielt Roberto Saviano zahlreiche Morddrohungen und lebt seitdem an ständig wechselnden Orten.

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Der geteilte Himmel | Drama |
Samstag, 13. August, 22.45 – 0.35 Uhr, MDR

Inhalt Manfred ist Chemiker, Rita will Lehrerin werden. Trotz vieler Unterschiede lieben sie sich. Als sich Manfred nach Westberlin absetzt, folgt ihm Rita, muss aber feststellen, dass sie sich dort nicht wohlfühlt. Also geht sie zurück nach Halle. Dann wird die Mauer gebaut und trennt die Liebenden.

Warum anschauen? Christa Wolf schrieb die Erzählung, Konrad Wolf machte daraus einen der bewegendsten DEFA-Filme. Beide erzählen anhand einer Liebesgeschichte viel von den Veränderungen hin zu einem eingeschlossenen Land.

Man lernt mehr am heutigen 50. Jahrestag zum Mauerbau, wenn man anschließend die oscarnominierte Doku „Mauerhase“ schaut – über Wildkaninchen im Todesstreifen.

Die Stadt der Blinden | Dystopie |
Montag, 15. August, 0.00 – 1.50 Uhr, ARD

Inhalt Plötzlich können viele nichts mehr sehen. Die Stadt treibt die Blinden in einer Kaserne zusammen, um so den Ausbruch der Epidemie zu unterbinden. Bald gelingt einer kleinen Gruppe die Flucht. An ihrer Seite: Die Frau des Arztes. Und sie kann als Einzige noch sehen.

Warum anschauen? Fernando Meirelles (City of God, Der ewige Gärtner) verfilmt den Roman von Literaturnobelpreisträger José Saramago. Dabei schießt er mit einigen parabelenhaften Botschaften manchmal übers Ziel hinaus, was der düsteren Geschichte insgesamt jedoch kaum etwas von der Wucht nimmt.

Man lernt wie es mit der Frau des Arztes weitergeht, wenn man die Quasi-Fortsetzung „Die Stadt der Sehenden“ von José Saramago liest. Dort steht eine Wahl an, aber niemand geht wählen. Weil Demokratie so nicht funktionieren kann, schlägt die Demokratie zurück.

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