Teletest: Mickey Rourkes bester Film
VON STEFAN PETERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.06.2011 - 00:01Weimar (RPO). Das Sommerloch wirft erste Schatten. Trotzdem findet der Teletest fünf Perlen. Dabei verausgabt sich ein Wrestler, eine Familie dreht am Rad, ein Virus entsetzt eine Reporterin und ein Folksänger macht Politik.
The Wrestler | Drama |
Donnerstag, 9. Juni, 22.45 – 0.30 Uhr, ARD
Inhalt Robin Ramzinski alias „The Ram“ hat schon bessere Zeiten gesehen. Vom Glanz alter Wrestlingserfolge ist kaum noch etwas übrig. Stattdessen hasst ihn seine Tochter und die Beziehung zur Stripperin Cassidy läuft auch nicht optimal. Da erhält „The Ram“ die Chance auf ein Comeback – gegen seinen Erzfeind Ayatolla.
Warum anschauen? „The Wrestler“ ist ein weiterer drastischer Film von Darren Aronofsky. Wie auch in „Black Swan“ oder „Requiem for a Dream“ geht es ihm hauptsächlich um die Zerstörung des menschlichen Körpers – hier beispielhaft dargestellt an einem Wrestler und einer Stripperin.
Man lernt wer laut „The Ram“ für den Niedergang der guten Musik verantwortlich war: Kurt Cobain.
Wunder Mensch | Doku |
Freitag, 10. Juni, 21.50 – 22.35 Uhr, Arte
Inhalt Wenn ein Kleinkind etwa achtzehn Monate alt ist, beginnt es sich als eigenes Wesen zu begreifen. Von nun an entwickelt sich das Gehirn rasant – und individuell. Diese Doku geht auch der Frage nach, ob die Geschlechterrollen hormonell oder sozial geprägt werden.
Warum anschauen? Wie wird ein Baby zum Kind? Diese Frage wird nicht restlos geklärt, liefert aber dank ausgefeilter Technik sehr erhellende Einblicke in die Menschwerdung.
Man lernt noch mehr, wenn man den zweiten Teil der französischen Dokumentation ansieht, die sich mit dem Verhalten von Jugendlichen beschäftigt und eine Woche später läuft.
The Royal Tenenbaums | Tragikkomödie |
Freitag, 10. Juni, 22.25 – 0.15 Uhr, 3Sat
Inhalt Einst verließ Royal seine Frau Etheline. Die Folgen für die Kinder waren drastisch: Alle bekamen Neurosen. So entwickelten Tennisprofi Richie und Literatin Margot Gefühle füreinander, während Finanzguru Chas krampfhaft versuchte, seine Söhne vor Gefahren zu beschützen. In diese angespannte Situation kehrt Royal eines Tages überraschend zurück.
Warum anschauen? Wes Andersons exzentrischster Film ist vielleicht auch sein bester. Jede Figur, so skurril sie auch scheint, wächst einem spätestens nach fünf Minuten ans Herz. Das liegt am Buch ebenso wie an der exquisiten Besetzung mit Ben Stiller, Gene Hackman, Gwyneth Paltrow, Bill Murray und und und.
Man lernt wie wichtig die Auswahl der Lieder für einen in sich geschlossenen Film ist. Bestes Beispiel: tragischerweise Elliott Smiths „Needle in the Hay."
Quarantäne | Horror |
Sonntag, 12. Juni, 22.45 – 0.20 Uhr, Pro7
Inhalt Angela Vidal macht Reportagen fürs Fernsehen. Als sie ein Notruf in ein Wohnhaus führt, rechnet sie nicht mit dem Schlimmsten. Ein fataler Irrtum, der viele Leben kosten wird.
Warum anschauen? „Quarantäne“ ist das Remake des vorzüglichen spanischen Echtzeithorrorstreifens [Rec]. Der Schrecken entfaltet sich durch die geschickt eingesetzte Handkamera und dem damit verbundenen Anschein von Realität. Wer hier beim Schluss nicht die Hände vor die Augen schlägt, hat definitiv Nerven wie Drahtseile.
Man lernt Jennifer Carpenter hat's nicht leicht. War sie in „Der Exorzismus von Emily Rose“ noch vom Teufel besessen, wurde sie in „Dexter“ die Schwester eines Serienmörders.
No Direction Home – Bob Dylan | Doku |
Montag, 13. Juni, 0.15 – 3.40 Uhr, WDR
Inhalt Bob Dylan spricht über sein Leben. Dazu werden Aufnahmen von verschiedenen Auftritten gezeigt. In zweihundert Minuten formt sich so das Bild eines der bedeutsamsten Musiker des 20. Jahrhunderts.
Warum anschauen? Aus zahllosen Stunden von Archivmaterial hat Martin Scorsese die spannendsten Momente einer beispiellosen Biographie ausgewählt. Der kürzlich gefeierte Geburtstag ist ein guter Grund, sich intensiver mit Dylan zu beschäftigen.
Man lernt Politik und Musik – kein uninteressantes Spannungsfeld.
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