Teletest: Requiem für einen traurigen Ritter
VON STEFAN PETERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 - 00:01Weimar (RPO). TV punktet diesmal auf der großen Leinwand. Den Teufel verschlägt es in die Provinz, einen Comiczeichner in die Realität, ein Ritter kämpft gegen Jets und ein Genie gegen einen Medienmogul.
American Splendor | Biographie |
Donnerstag, 5. Februar, 23.15 – 0.50 Uhr, WDR
Inhalt Harvey Pekar arbeitet im Krankenhaus. Zwei Hobbys hat er: Comic und Jazz. Als er Robert Crumb, den Erfinder von „Fritz the Cat“ trifft, wird ihm klar, dass er zeichnen muss. Am besten das Leben, so wie es ist.
Warum anschauen? Ein eigensinniger Film über einen eigensinnigen Comicautoren. Realität und Fiktion verschwimmen, wenn der echte Pekar den Film kommentiert. Und gerade an diesen Bruchstellen gewinnt der Zuschauer die größten Erkenntnisse.
Man lernt Interview, Spielfilm, Dokumentation, Zeichentrick – was auch immer. Nicht das Medium ist die Botschaft, sondern: Lebe lieber ungewöhnlich.
Requiem | Exorzistendrama |
Freitag, 6. Februar, 21.00 – 22.25 Uhr, ARTE
Inhalt Für Michaela Klingler läuft es gut: Nach langen Jahren in einem strengen Elternhaus beginnt sie ein Studium in Tübingen. Doch als sich ihre epileptischen Anfälle häufen, glaubt sie vom Teufel besessen zu sein.
Warum anschauen? Auch Hollywood hat sich dieser auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte angenommen: Während in „Der Exorzismus von Emily Rose" Grusel durch verdrehte Gliedmaßen entsteht, ist in Hans-Christian Schmids Version der größte Horror die Besessenheit der Teufelsaustreibenden.
Man lernt Jede der etwa eintausend Auszeichnungen für dieses beklemmende Psychodrama ist gerechtfertigt.
Yella | Drama |
Montag, 9. Februar, 21.00 – 22.25 Uhr, Arte
Inhalt Yella flieht vor ihrem alten Leben. Dabei trifft sie Phillip. Phillip betrügt Firmen. Yella wird seine Assistentin. Beide kommen sich näher.
Warum anschauen? Regisseur Christian Petzold geht seinen Weg. Unbeirrt. Subtil ist eine Übertreibung für seinen Inszenierungsstil, der langsam und sacht anschwellt, um am Ende mit ganzer Kraft über den Zuschauer hereinzubrechen.
Man lernt Nonverbale Kommunikation ist in Verhandlungen alles.
Verloren in La Mancha | Filmdokumentation |
Dienstag, 10. Februar, 23.00 – 0.30 Uhr, Arte
Inhalt Terry Gilliam ist einer der wichtigsten Regisseure der Welt. Sein großer Traum ist die Verfilmung von „Don Quixote“ . Warum das nicht klappt, zeigt diese als Making-Of gestartete Dokumentation, die als Making-No Doku endet.
Warum anschauen? Nach diesem abgebrochenen Dreh wurde „Murphys Law“ in „Terrys Law“ umbenannt. Selten war Scheitern tragischer (und unterhaltsamer) als bei dieser unglaublichen Pechsträhne.
Man lernt Sag niemals niemals. 2009 wagt sich Gilliam erneut an Don Quixote.
Citizen Kane - Die Hollywoodlegende | Bio-Pic |
Mittwoch, 11. Februar, 20.15 – 22.00 Uhr, Tele 5
Inhalt Hollywood, 1940. Orson Welles hat gerade Amerika mit einer vorgetäuschten Alieninvasion zu Tode geängstigt. Sein nächstes Projekt: Ein wenig schmeichelhaftes Porträt über den Medienmogul William R. Hearst.
Warum anschauen? Wer über Film sprechen will, muss über „Citizen Kane“ sprechen. Wie Welles Kino neuerfindet und dabei allen Widerständen trotzt, ist eine Heldengeschichte biblischen Ausmaßes.
Man lernt etwas über die Entstehungsgeschichte des möglicherweise wichtigsten aller Filme.
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