Teletest: Wild im Herzen
VON STEFAN PETERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009 - 00:01Weimar (RPO). Ins Fernsehen kommt diesmal, wer zurückkehrt. Zum Beispiel Nicolas Cage und Vincent Gallo aus dem Gefängnis und ein Bundeswehrsoldat aus Afghanistan. Nur Jack Nicholson bleibt auf der Strecke.
Wild at Heart | Roadmovie |
Donnerstag, 29. Januar, 21.00 – 23.55 Uhr, Arte
Inhalt Fünf Jahre saß Sailor für einen Mord aus Notwehr. Nach der Entlassung schnappt er sich Lula, um mit ihr in Texas ein neues Leben zu beginnen. Ihnen auf der Spur: ein Detektiv, ein Killer und ein verrückter Regisseur.
Warum anschauen? Der Film, ein Klassiker. Neu ist diesmal die Dokumentation im Anschluss, welche die Entstehungsgeschichte von David Lynchs surrealer Liebesgeschichte nachzeichnet.
Man lernt Nur wer liebt, überlebt.
Buffalo 66 | Drama |
Samstag, 31. Januar, 23.40 – 1.25 Uhr, RBB
Inhalt Eben nach fünf Jahren Haft entlassen kidnappt Billy Brown die Stepptänzerin Layla, um sie seinen Eltern als seine Ehefrau zu präsentieren. Die Browns reagieren begeistert auf ihre vermeintliche Schwiegertochter, Layla verliebt sich in Billy, nur Billy verliert in der ungewohnten Situation zunehmend die Nerven.
Warum anschauen? Ein Film von Vincent Gallo ist immer eine Herausforderung für den Zuschauer, im Guten wie im Schlechten. Hier aber gelingt es ihm, auf selbstverliebte Egospielereien zu verzichten und stattdessen Anteilnahme für einen abstoßenden Charakter zu wecken.
Man lernt, dass man eigentlich noch viel mehr Filme mit Christina Ricci sehen sollte.
Willkommen zu Hause | Drama |
Montag, 2. Februar, 20.15 – 21.45 Uhr, ARD
Inhalt Nach drei Monaten in Afghanistan kehrt Bundeswehrsoldat Ben Winter zurück nach Deidesheim. Alles scheint so wie immer. Doch der Krieg gegen den Terror hat Ben traumatisiert.
Warum anschauen? Es passiert nicht oft, dass ein brisantes Thema zeitaktuell in einem TV-Film bearbeitet wird, der in 90 Minuten mehr Wahrheiten erzählt als hundert Pressekonferenzen der Bundeswehr.
Man lernt Es gibt keine Friedensmissionen. Nur Kriege.
Im Swing gegen den Gleichschritt | Dokumentation |
Montag, 2. Februar, 23.15 – 0.09 Uhr, WDR
Inhalt Dokumentation über Jugendliche im Dritten Reich, die Musik hörten, die im Gegensatz zu den Idealen des nationalsozialistischen Regimes standen.
Warum anschauen? Auch wenn gerade das Stauffenberg-Attentat in aller Munde ist; diese Doku zeigt, dass es mindestens genauso viel Mut erfordert, sich im Alltag zu widersetzen.
Man lernt Widerstand ist tanzbar.
Das Versprechen | Drama |
Mittwoch, 04. Februar, 20.15 – 22.35 Uhr, Kabel 1
Inhalt Jerry Black sollte in Rente gehen. Doch der Mord an einem kleinen Mädchen zwingt ihn, sich tiefsten menschlichen Abgründen zu stellen. Darunter auch den eigenen.
Warum anschauen? Diese vierte Verfilmung von Friedrich Dürrenmatts Roman ist besonders beeindruckend, weil es Regisseur Sean Penn versteht, Schicksal als das darzustellen, was es ist: irrational, nicht nachvollziehbar und ungerecht.
Man lernt Dieses Ende zerrt an den Nerven. Weil es den Zuschauer so leer und verbraucht zurücklässt, wie es Jack Nicholson schon den gesamten Film über war.
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