Live-Ticker: Wir kennen Deutschland
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 - 22:19Düsseldorf (RPO). Jörg Pilawa hat Deutschlands Prominente zum Quiz „Kennen Sie Deutschland?“ eingeladen. Die Herzrasen-Redaktion hat das Event des Jahres live getickert.
22.01 Uhr Letzte Frage. Kriegsgeneral hat es in der Hand. Hält die Melodie für die von Raumschiff Orion. Das ist korrekt. Seine Familie hat 50000 Euro gewonnen und kauft davon vermutlich einen Panzer und Opel-Aktien. In der nächsten Woche ist die Sendung noch prominenter besetzt, unter anderem mit Wolfgang Tiefensee, dem zweiten Bundespräsidenten. Wir gehen jetzt Obama in Dresden gucken, wie er über die Elbe läuft. Gute Nacht und danke fürs Durchhalten.
21.57 Uhr Plötzlich ist Gleichstand. Merkwürdiges System. Steffen Alleswisser und Kriegsheld-Papa müssen Hoola-Hoop tanzen, um zu entscheiden, wer gewinnt. Beide sind so sportlich wie ein schwangerer Elefant. Punkteteilung. Spannung. Wir essen Fingernägel. Es wird nach Günter Grass gefragt, der erste Bundespräsident der BRD. Der hat auch einen Roman geschrieben. Und der heißt „Die Blechtrommel“. Das muss man nicht wissen.
21.51 Uhr Auch Palawa deutet an, dass der Generalmajor gerne eine Handgranate werfen möchte. Er hat keine Chance gegen Steffen Seibert, der vor der Quizshow unfairerweise ein Buch gelesen und studiert hat. Palawa sagt, dass er gerne einen Satz verenden möchte. Nur einen?
21.49 Uhr Steffen Seibert macht seine fehlende Fernseh-Erfahrung zu schaffen und guckt beim Bilderquiz in die falsche Richtung. Er weiß nicht, was der einemillionenste Gastarbeiter geschenkt bekam. Ein Moped. Heute würde der Gastarbeiter natürlich ein Handy mit Twitter-Funktion bekommen.
21.45 Uhr Jetzt kommt das Finale. Steffen Seibert tritt gegen den Klugscheißer-Vater an, der aufspringt und sagt „Germans To The Front“. Kernige Ansage, Herr Generalmajor. Ziel ist es jetzt, den Buzzer zu verprügeln. Seibert hat gelernt, der Streber. Und pfuscht außerdem. Generalmajorpapa guckt grimmig wie unser Historiker und will vermutlich Handgranate werfen.
21.42 Uhr Wir sehen Kennedy in Berlin. Das war der Präsident, der kurz vor Barack Obama in Berlin war, falls sich noch jemand erinnert. Uns fällt auf, dass man mit schlechtem Deutsch schon damals sehr weit kam. Die Frage ist: Was passierte, nachdem Kennedy seine berühmten Worte gesprochen hatte? Antwort: Er bedankte sich, dass der Dolmetscher sogar diese Worte übersetzte.
21.36 Uhr Familie Unbekannt entscheidet sich für den Tag des Mauerbaus. Jetzt bitte ernst Leute. Böser Witz vom grummelnden Historiker: „Die Aussage ‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen’ würde heute als konjunkturfeindlich verurteilt werden.“ Wir distanzieren uns deutlich von ihm.
21.34 Uhr Wir sehen alte Bilder von Thomas Hermanns aus seiner Kindheit. Damals war wirklich nicht abzusehen, dass er mal rosafarbene Anzüge tragen würden. Jetzt werden ganz viele andere Bilder eingeblendet. Das verwirrt uns. Stattdessen teilen wir mal eben mit, dass Katarina Witt in dem Film „Ronin“ mitgespielt hat – die russische Eiskunstläuferin Natacha Kirilova, die im Finale des Films erschossen wird. Warum erst so spät?
21.29 Uhr Zahnärztin und Oberschlau-Papa dürfen wieder. Für Schlagzeilen sorgten 1961 Kleinbusse in West-Berlin, die…? Über Lautsprecher Ost-Berlin mit Nachrichten beschallten. Heute hätten die Kleinbusse Leinwände herumgefahren, auf denen Leute West-Propaganda getwittert hätten.
21.25 Uhr Sonya und Thomas Hermanns entscheiden sich für Winnetou. Wir wissen nicht genau, ob wir die alten Winnetou-Bilder noch interessanter finden sollen als die Tatsache, dass es Barack Obama tatsächlich geschafft hat, in Dresden zu landen. Mit einem Flugzeug. Das kann nur er. Die Winnetou-Frage: Was hat Gojko Mitic im Gegensatz zu Pierre Briece gemacht? Antwort: Niemals Winnetou in einem Film dargestellt. Der Historiker grummelt, dass er gleich nach Hause gehen werde, um mit seiner Freundin die sexuelle Revolution nachzuspielen.
21.18 Uhr Jetzt geht es endlich um Sex. Wählen Sonya und Thomas Hermanns rein zufällig. Erstmal viele nackte Körperteile, genauso muss Geschichte heute vermittelt werden. Gefragt wird, wann die Antibabypille verschrieben wurde. Antwort: Nur an verheiratete Frauen. Vermutlich, um ihnen Affären mit dem Nachbarn zu ermöglichen.
21.15 Uhr Pilawa geht wieder in sein altes Wohnzimmer. Zahnärztin-Tochter entscheidet sich für Modefrage. Wieder Bilder aus den 60ern. Aha, damals gab es schon Oasis, nur waren die damals zu viert. Frage: Was war der Monokini? Ein Badeanzug, der Pobacken entblößte, ein Loch am Bauchnabel hatte, die Brüste frei ließ? Sonya deutet an, dass sie die Antwort weiß, vermutlich hält sie alle drei Antworten für richtig, was dann in der Addition wohl „nackt“ wäre. Richtig ist, dass das Teil die Brüste frei ließ. Der Historiker grummelt, dass er eine Auswanderung anstrebe.
21.07 Uhr So, die 50er Jahre sind durch, jetzt wechseln die Kandidaten. Vater und Zahnärztin-Tochter treten an. Thomas Hermanns und Sonya Kraus auch. Sonya sagt: „Ich bin die Erdbeere.“ Wir halten das durchaus für möglich. Nun die 60er Jahre im Schnelldurchgang. Bilder von der Berliner Mauer werden von Bitter Sweet Symphony unterlegt. War ja 1961 ein Hit, dieser Beatles-Song. Ha ha, da stolpert ein Betrunkener über ein Tierfell… nie gesehen.
21.03 Uhr „Nirgendwo klappt die Demokratie doch so gut wie beim Fernsehen, jeder kann auch jederzeit ausschalten.“ Das hat Jörg Pilawa mal in einem Interview gesagt. Warum uns das gerade jetzt einfällt, wissen wir auch nicht.
21.00 Uhr So, jetzt aufstehen und strammstehen. Conny Adenauer ist im Fernsehen zu sehen. Einer von uns sagt, dass er auch mal mit seiner eigenen Stimme Klassensprecher geworden ist. Der Historiker grummelt: „Adenauer, Adenauer, Adenauer… der hat doch die DDR zementiert.“ Jetzt aber die Frage, warum Adenauer bei seiner Reise nach Moskau 1955 Olivenöl dabei hatte. Vermutlich für sein Olivenöl-Flugzeug. Nein, er wollte sich trinkfester machen. Endlich haben wir was gelernt. Wenn wir uns das nächste Mal die Kante geben, wissen wir Bescheid.
20.55 Uhr Zur Antwort kommt eine Fußballlegende von 1954 ins Studio gerol… äh gelaufen. Horst… Horst… irgendwas. Wat is der damals gerannt, gerannt, gerannt. Zum Gucken mussten wir natürlich zu den Nachbarn, denn wir hatten ja kein Fernseher und haben einmal die Woche in der Zinkwanne gebadet. Antwort übrigens: Schraubstollen. Pilawa disst Luca Toni, weil der nicht mit Blut in den Schuhen Fußball spielt. Zurecht.
20.53 Uhr Kati und Steffen beantworten eine Frage zum Wunder von Bern. Wir hören, wie Herbert Zimmermann „Tor, Tor, Tor“ schreit. Hatten wir ja schon seit gestern nicht mehr gehört und sind froh, wieder an den Text erinnert zu werden. Thomas Hermann gibt zu, dass er keine Ahnung von Fußball hat, um bloß kein Klischee zu bestätigen. Frage: Was kam bei der WM 1954 bei den Deutschen erstmals zum Einsatz? Schraubstollen, schwarz-weiße Trikots, Beethovens „Ode an die Freude“ als Nationalhymne? Wir vermuteten Blutgrätsche, Schwalbe, Eigenblutdoping. Kati tut, was sie am besten kann: lachen. Wir sind verzaubert.
20.48 Uhr Die Familie aus irgendeinem Kaff in Norddeutschland muss nun Lieder vollenden. Mutter und Neffe singen Zeilen, von denen wir dachten, dass sie längst von irgendeiner UN-Vollversammlung verboten worden wären. Trotzdem singen hier alle mit. Der Historiker droht, dass er Videoaufnahmen mit dem Handy vom Rest macht und ins Internet stellt.
20.42 Uhr Jetzt wieder die Prominenten. Frage zum 17. Juni 1953. Erstmal lachen bei Kati und Steffen Seibert. Ein uns bisher völlig unbekanntes Datum. Der Historiker sagt: „Und ihr dürft die selbe Luft wie ich atmen?“ Pilawa fragt, wie der 17. Juni hieß? Antwort: Tag der deutschen Einheit. Da haben wir uns ja bei der Benennung des 3. Oktobers richtig viel Mühe gegeben.
20.39 Uhr Die lustige Unprominenten-Familie ist wieder an der Reihe. Frage: Welches dieser Haushaltsgeräte wurde nicht im Handel angeboten? Ein massierender Handmixer. Ein Haare trocknender Staubsauger. Ein Haut bräunender Tischgrill. Wir hatten an sprechende Zahnbürste mit Schallplattenspieler gedacht. Thomas Hermanns darf sich was auf den Kopf setzen, was ihn aussehen lässt wie Thomas Hermanns. Danach deutet er dezent an, dass der Handmixer für hohoho ganz andere Dinge verwendet wurde. Wegen der Aufsätze. Wir sind schwer begeistert. Ab morgen zahlen wir gerne doppelte GEZ-Gebühren.
20.34 Uhr Katarina Witt entscheidet sich für ein Gebiet, auf dem sie sich überhaupt nicht auskennt: DDR. Frage: In der DDR wurde 1954 per Ministerratsbeschluss geregelt, dass…? In den Antworten kommt überraschenderweise was mit Trabi und Schrebergarten vor. Katarina The Wit erzählt aus ihrem Alltag und sagt „Mein Pappa“ und sagt, sie habe eine Eingebung. Es ist eben unsere Eisprinzessin. Dreht auch gerade eine Runde ums Pult.
20.29 Uhr Antwort: Arabischer Reiter. Das ist Hackfleisch mit Gurken. Kochen wir auf jeden Fall zu Weihnachten. Kommt dann in den Döner.
20.28 Uhr Pilawa setzt sich in sein altes Wohnzimmer. Wir sehen den ersten Fernsehkoch Deutschlands. „Wussten Sie eigentlich, dass Deutschlands erster Fernsehkoch gar kein Koch war?“ Wir sind erstaunt und finden die Antwort nicht im Brockhaus. Die erste Frage: Welche Kreation servierte Clemens Wilmenrod wirklich? Wir kennen nur Döner und passen.
20.24 Uhr Es geht los mit den 50er Jahren. Natürlich läuft Sissi zuerst, die letzte deutsche Kaiserin. Jetzt aber schon WM 1954. Der studierte Historiker grummelt: „Volksverdummung. Wo bleiben denn die Schwierigkeiten, die wir in den 50ern noch hatten?“
20.19 Uhr Jörg Palawa begrüßt die prominenten Gäste Thomas Hermanns, Katarina Witt, Sonya Kraus und Steffen Seibert. Kennen Sie Steffen Seibert? Danach läuft die Familie ein, die gegen die Prominenten antritt. Erster Gag von Palawa zum Bundeswehr-Papa: „Ich sag nur Strammstehen.“ Das geht ja richtig gut los. Palawa verspricht: "Wir wollen viel lachen." Davon sind wir überzeugt.
20.15 Uhr In unseren Reihen haben wir auch einen studierten Historiker. Was er nicht weiß: Die anderen haben eine Wette abgeschlossen, wie oft der Gute in den nächsten 105 Minuten das Wort „Volksverdummung“ in den Mund nimmt.
20.12 Uhr Bald geht’s los. Die Nüsschen stehen bereit. Die Käsehappen haben wir mit Deutschlandfahnen-Pickern durchstochen. Der gute Brockhaus von 1924 ist entstaubt.
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