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Klimawandel |  22.05.08 |  16:58  Uhr

Pause für den Klimawandel
von Kirstein | Leipzig |  163 mal gelesen
Vorläufiges oder endgültiges Ende der Klimakatastrophe?
Die Diskussion nimmt jetzt in der Wissenschaft, in der Politik und auch in der Öffentlichkeit größere Ausmaße als bisher an. „Zehn Jahre Pause für den Klimawandel“ - so lautete die Resonanz in den Medien, der eine wissenschaftliche Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Nature (Bd. 453)“ vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften vorausging. Fazit: zumindest in Europa wird die Lufttemperatur am Boden nicht mehr zunehmen, sondern entgegen den IPCC-Modellen und dem UN-Klima-Report wird das Klima nun kühler.

Im Grunde schwelt der Widerstand gegen die Darstellung als Klimakatastrophe in der Wissenschaft schon viel länger. „Auf keinen Fall bestand oder besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem CO2 -Gehalt der Atmosphäre und der globalen Durchschnittstemperatur“ (Prof. P. Neumann-Mahlkau, 2002). Zahlreiche andere Wissenschaftler, darunter der wohl bekannteste, Richard Lindzen vom MIT in Cambridge, haben ebenfalls seit längerem mit Nachdruck die Klimakatastrophe in Frage gestellt.

Schon vor einigen Jahren brach nämlich der „Beweis“ in sich zusammen, dass die Schwankungen des Kohlendioxids im Pleistozän, also seit etwa 600.000 bis vor 10.000 Jahren, die Warm- und Eiszeiten maßgeblich gesteuert hätten. Diese tatsächliche Korrelation zwischen Temperatur und Kohlendioxid hat allerdings eine deutliche, zeitliche „Phasenverschiebung“. Die Kohlendioxid-Schwankungen folgen mit einer Verzögerung von 600 bis 1000 Jahren dem (vorauseilenden) ständigen Temperaturwechsel zwischen Eiszeit und Warmzeit. Damit stand fest: Der wechselnde CO2-Gehalt der unteren Atmosphäre ist nicht Ursache, sondern Folge der beobachteten Temperaturschwankungen.

Dennoch blieb das Kohlendioxid von einer „angeblichen Mehrheit“ der Fachleute der Hauptverursacher des anthropogenen Treibhauseffektes. Es passt einfach in diese Zeit, immer und überall den Menschen als Verantwortlichen und Umweltsünder anzuprangern. Das soll keinesfalls heißen, dass mit Rohstoffen und Emissionen leichtfertig und bedenkenlos umgegangen werden kann. Genau das wird aber den so genannten Klimaskeptikern völlig zu Unrecht vorgeworfen und ihre wissenschaftliche Seriosität in Frage gestellt. Dies hatte offenbar einschüchternde Wirkung. Viele Geowissenschaftler hatten und haben vielleicht immer noch „zwei“ Meinungen: eine offizielle, den IPCC-Aussagen nicht widersprechende, um den Ruf als Wissenschaftler nicht zu gefährden und eine „private“, IPCC-kritische, die man nur unter vertrauten Kollegen und vielleicht im Freundeskreis äußerte.

Ein offener Brief, der vor einer weltweit falschen Klimapolitik warnte, im Dezember 2007 an den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon gerichtet, war eine weiteres Zeichen für den verdeckten Schwelbrand unter den Fachleuten.

Schon vor der Veröffentlichung der Kieler Gruppe unter Mojib Latif hatten bereits einige Monate zuvor die Utrechter Ozeanographen unter Henk Dijkstra beträchtliche Zweifel an den Eckpfeilern der IPCC-Szenarien in Fachkreisen verlauten lassen. Die Thermo-Haline Zirkulation (THC) war schon immer ein schwer einzuschätzender Faktor in den Klimamodellrechnungen. Das war unter den Modelltheoretikern auch seit langem bekannt. Diese Unsicherheit, in die jetzt mehr Licht eindringt, ist es auch, die die IPCC-Szenarien grundlegend ins Wanken bringt.

Die Sozialwissenschaftler, die den Klimawandel aus ihrer Sicht schon lange beobachten und vielfach kommentiert haben, finden nun ein neues Schwerpunktthema: Wie war es möglich, dass die Öffentlichkeit, die Politik und Teile der Wissenschaft über einen so langen Zeitraum auf einen falschen Kurs gebracht werden konnten?

Horror-Visionen wie die Ausdehnung tropischer Krankheiten, Zunahme von lebensbedrohenden Kreislaufkrankheiten und spürbare Einbrüche der Lebensqualität haben mannigfach Ängste geschürt. Schließlich stand hinter allem dann die Forderung: mehr Forschungsgelder sind dringend erforderlich, um das Ausmaß der Katastrophe mit immer größeren Rechnern zu erfassen und um Politikberatung zu finanzieren. Die „Klimakatastrophe“ sollte als unausweichliche Realität wahrgenommen werden. Schließlich sind Reaktionen und Maßnahmen zum Klimaschutz längst in Gang gesetzt worden und einige Politiker versuchen sich nun auf internationaler Ebene als Weltretter zu profilieren.

Unbeirrt von dieser seit längerem schon sich abzeichnenden Gegenrichtung halten aber auch Wissenschaftler, zum Beispiel Herr Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), an der alten Linie der Klimakatastrophe fest, obwohl der bisherige Partner, das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg der neuen Linie des Kieler Instituts zu folgen scheint. Schlimmer noch: Eine in der Wissenschaft absolut unübliche Methode, 5000 Euro darauf zu setzen, dass sich die Durchschnittstemperaturen auf der Erde in den nächsten zehn Jahren weiter erhöhen werden, zeigt die emotionale und nicht die wissenschaftliche Denkweise des Potsdamer Instituts. Der Grund liegt auf der Hand, die Daseinsberechtigung des PIK könnte nun hinterfragt werden, erst recht, wenn nun auch noch eine emotionale Erwärmung vom PIK hinzugefügt wird.

Nach diesen massiven „atmosphärischen Störungen“ wäre es wohl nicht weiter verwunderlich, wenn die angekündigte Zehnjahresfrist der Pause für den Klimawandel in einigen Jahren eine „unerwartete“ Verlängerung erfährt. Vielleicht solange, bis die für das CO2 verantwortlichen fossilen Energieträger in mehreren Jahrzehnten ohnehin zur Neige gehen. Spätestens dann endet der anthropogene Klimawandel, auch wenn man in der begonnenen Kohlendioxid-Philosophie unbeeindruckt weiterdenken würde.

In diesem relativ nahen Zeitraum, so glauben einige Quartär-Geologen heute, kann nun auf ganz natürlichem Weg das Ende der derzeitigen holozänen Warmzeit einsetzen. Eine sehr langsam sich andeutende neue Eiszeit erscheint danach zumindest nicht mehr in weiter Ferne zu sein. Dann sind Klimafolgenforschungen - diesmal mit entgegen gesetztem Vorzeichen - vielleicht wieder denkbar.
 
Meinungen von Lesern zu diesem Artikel
profiler | 23.05.08 |  03:33  Uhr
RE: Pause für den Klimawandel
Sehr gut recherchiert.

profiler
Janvanleckwitz | 22.05.08 |  19:09  Uhr
RE: Pause für den Klimawandel
Das Netz hat Verschörungstheorien, und zwar schon jetzt weit mehr als genug. Wie man hier deutlich sieht.
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