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M gladbach
Kunst & Kultur | Ausstellungen | NRW Niederrhein | M gladbach 
M gladbach |  06.11.08 |  09:20  Uhr

Gregor Schneider – Projekt „END“
von kanelbulle | Mönchengladbach |  813 mal gelesen
Mönchengladbach feiert die Eröffnung bürgernah mit Bier, Würstchen, Kaffee und rheinischer Riemchentorte auf dem Vorplatz des Museums Abteiberg.
Worum geht es eigentlich?

Auf 348 Quadratmeter Freifläche neben dem Museum Abteiberg entsteht eine 3270 Kubikmeter große Installation, die 104 Tonnen wiegt. „Die überdimensionale Rauminstallation ist eine Art Riesentunnel, ganz in Schwarz, in den die Besucher über eine Leiter gelangen und in dem sie wie Blinde herumtappen werden, bis sie am Ende, beleuchtet durch eine Kellerfunzel, noch mal über eine Stiege durch eine enge Tür in einen ebenfalls geschwärzten Teil des Museums gelangen.“
Der Eingang ist vorne 14 Meter hoch und dort, wo es ins Museum geht, nur noch 1,20 Meter.
Die begehbare Außenskulptur mit dem Titel „END“ erzeugt einen mysteriösen Eingang in das Museum Abteiberg.
In der Dunkelheit findet der Besucher dann Lichtflecke – fünf beleuchtete Räume des „Hauses u r“, unter anderem das Kaffeezimmer, die Abstellkammer und das Schlafzimmer, die nach weltweiten Präsentationen wieder in ihren Heimatort zurück gekehrt sind.



Was ist denn das Haus u r überhaupt?

Das eigenwillige Projekt entstand in den Jahren 1985 bis 1997 in der Unterheydener Straße im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt. „u r“ steht für Unterheydener Straße und Rheydt.
Gregor Schneider hat das alte Haus seines Vaters im Innern verschachtelt verbaut. Es wurden neue Decken und Wände eingezogen, Tunnel und Labyrinthe geschaffen. Mittels elektrischer Leuchten werden Tag und Nacht simuliert und durch Motoren werden die Räume in Bewegung gesetzt.
Für sein "Totes Haus u r" (Räume, die aus dem Haus u r ausgebaut werden und an anderen Orten aufgebaut werden) wurde er 2001 im Rahmen der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.


Wer ist dieser Gregor Schneider?

Gregor Schneider wurde 1969 in Rheydt geboren.
Im Alter von 16 Jahren hatte er bereits eine Ausstellung in einer Mönchengladbacher Galerie.
Inzwischen ist er einer der renommiertesten deutschen Künstler.
Sein Arbeitsschwerpunkt sind gebaute Räume, unter anderem das „Schwarze Quadrat“ neben der Hamburger Kunsthalle.
Schneiders Projekte konnte man bereits in vielen Ländern bewundern, Ausstellungen hatte er beispielsweise in Tokio, London, Paris und New York.
Immer wieder sorgt er für Aufsehen, zuletzt mit der Idee, einen todkranken Menschen in einem Museum sterben zu lassen, um die Schönheit des Todes zu zeigen. Für dieses Vorhaben erhielt Schneider sogar Morddrohungen.


Wie ist die Reaktion der Bevölkerung Mönchengladbachs?

Der Kulturdezernent ist stolz, dass so etwas in Schneiders Vaterstadt realisiert wird.
Diverse Unternehmen unterstützen das Projekt großzügig mit finanziellen Mitteln.
Das „normale Volk“ reagiert offensichtlich gelassen, sogar ein wenig neugierig.



Wer bezahlt denn das alles?

Die 407.000 EUR, die das Projekt kostet, belasten nicht den Etat der Stadt.
Der Künstler selbst zahlt 150.000 EUR. Das Baudezernat steuert Eigenleistung im Wert von 100.000 EUR bei. 80.000 EUR übernimmt die Kunststiftung NRW, den Rest die Stadtsparkasse Mönchengladbach sowie diverse regionale Unternehmen.


Was passiert am 8. November?

Um 12 Uhr sind die völlig verdunkelten Räume sowie die Außenskulptur zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die dreidimensionale Skulptur wirft viele Fragen auf und fordert den Besuchern einiges ab, so Schneider.
Oberbürgermeister Bude wird „END“ im Beisein des Künstlers sowie Vertretern des Landes NRW eröffnen.
Einzelbesucher und Gruppen sind willkommen und können das Projekt besichtigen.
Es wird festes Schuhwerk empfohlen!



Wie lange bleibt das Kunstwerk bestehen?

Es handelt sich um ein temporäres Werk.
Im Herbst 2009 soll die Installation wieder abgebaut werden.


Was reizt mich an diesem Projekt?

Bereits bei der Wiedereröffnung des Museums Abteiberg nach erfolgter Sanierung wurde die Unterstützung des Projektes durch die Kunststiftung NRW hervorgehoben.
Seitdem verfolge ich die Presseberichte und habe mir das im Bau befindliche Werk letzten Sonntag angesehen.
Es waren etliche Menschen dort unterwegs, die mit mehr oder weniger skeptischen, staunenden und fragenden Blicken um das schwarze Objekt herumspazierten.
Es sieht einfach gewaltig aus, mysteriös und ein wenig unheimlich.
Ich finde es spannend und werde es mir am Samstag ansehen.
Und außerdem ist dieses sehenswerte Haus immer mal einen Besuch wert. Ganz besonders, wenn es Bier, Würstchen und Riemchentorte gibt!


Fotos: eigene
 
Meinungen von Lesern zu diesem Artikel
kanelbulle | 09.11.08 |  21:40  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
@Flaschengeist:
Ja, ich war gestern da!
Bericht darüber ist in der Mache.
Allerdings - Koneko hat mir was voraus. Denn die Warteschlange war endlos.

@Koneko:
Wie lange hast du denn auf den Einlass gewartet?
Koneko | 09.11.08 |  15:56  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
Also ich war gestern da und ich muss sagen: Wow!
Es lohnt sich wirklich, das Museum mal auf diese Weise zu betreten. Dieses Gefühl der absoluten Dunkelheit um einen herum.... ich habe anfangs sogar richtig Angst gehabt, da man gar nicht sieht, wohin man geht und was auf einen zukommt.

Echt gelungen!
Flaschengeist | 08.11.08 |  19:43  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
Und? Warst du heute da? Ich hab es eben in der Aktuellen Stunde verfolgt...nicht meins, wirklich nicht.
Schneider sagt ja sowas wie "Schwarz als Spiegel der Seele". Hmpft. "Sich auf sich selbst verlassen in völliger Schwärze". Mag sein, dass man sich selbst dabei näher kommt. Ich finde das eher beängstigend,in so eine "Röhre" zu gehen.
Würde mich aber interessieren, ob du das jetzt in eigener Erfahrung beschreiben könntest.

Mit Grüßen
kanelbulle | 08.11.08 |  01:25  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
@Hans Satire:
Guter Einwand!
Das Projekt ist interessant und holt Besucher in die Stadt. Was sind also 100.000 EUR?
Was die Jungs gemacht hätten, wenn "End" nicht wäre? Man weiß es nicht. Ihr Gehalt hätten sie aber am Ende des Monats doch bestimmt erhalten.
aha! | 06.11.08 |  12:59  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
Guter Bericht mit super Fotos, liebe Kanelbulle.
Imposant, dieses Tor! Und es scheint auch ein sehenswertes, erfahrbares Objekt zu sein.
Ich werde es mir anschauen.

Liebe Grüße,
aha!
Hans Satire | 06.11.08 |  10:37  Uhr
RE: Gregor Schneider – Projekt „END“
Ich finde das Bauwerk auch interessant. Noch interessanter finde ich, dass es die Stadt "nichts" kostet. Nur das Bauamt steuert eine "Eigenleistung" im Wert von 100000,- Euro bei. Gehört das Bauamt nicht zur Stadt? Und lag die Eigenleistung im Bauamt rum oder hätten die Mitarbeiter ohne das Kunstwerk für 100000,- Euro "nichts" getan?
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