Im Kampf gegen den Terror steht Düsseldorf wieder im Rampenlicht der Öffentlichkeit.
Im Hochsicherheitsgerichtssaal des Oberlandesgerichtes, in dem bereits erfolgreich der Kofferbomber-Prozess gegen den Libanesen Youssef Mohamad El Haj Dib abgeschlossen wurde, geht der Kampf gegen den islamistischen Extremismus in Deutschland weiter.
Am 22. April beginnt unter Richter Ottmar Breidling der Terrorprozess gegen die sogenannte „Sauerland-Gruppe“, obwohl man eigentlich eher von der Saarland- oder noch besser von der Neu-Ulmer Gruppe sprechen sollte, denn dort sind die Wurzeln oder die Quelle des Terrors. Neu-Ulm, das Multikulturhaus(MKH) und das Islamische Informationszentrum (IIZ) standen schon lange im Visier der Sicherheitsbehörden, haben sich im MKH und IIZ doch das "Who is Who" der islamischen Extremisten die Klinke in die Hand gegeben(z.B. Mohammed Atta, Said Bahaji, Reda Seyam etc.). Auch wenn das IIZ sich immer gegen diese Vorwürfe gewehrt hatte, so haben auch dort gewaltbereite Extremisten verkehrt.
So beginnt gegen die mutmaßlichen Terroristen Fritz Gelowicz, Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Attila Selek, vermutlich einer der spektakulärsten Prozesse der letzten Jahrzehnte in Deutschland. Der Prozess spiegelt wieder, in welcher ständigen Gefahr sich Deutschland befindet und wie hilflos zeitweise unser Staat war. Wie sich Extremisten hinter der Religionsfreiheit, Datenschutz und Demokratie verstecken, sich als arme Verfolgte Minderheit in der Öffentlichkeit(Medien) präsentieren und letztendlich den Deutschen Staat verhöhnen.
Die Bundesanwaltschaft wirft allen vier vor, die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens sowie Verabredung zum Mord und zu einem Sprengstoffverbrechen vor!
Bereits am Silvesterabend des 31. Dezember 2006 waren Fritz Gelowicz, Attila Selek und diese vermutlich in Begleitung von Tolga Dürbin waren, den Behörden aufgefallen. Alle drei waren für die Sicherheitsbehörden keine Unbekannten, bereits bestens aus der Ulmer Islamisten-Szene bekannt, haben sie anscheinend das Kasernengebäude der US-Basis Hutier in Hanau ausgespäht. Wahrscheinlich auch eines ihrer später geplanten Anschlagsziele!
Trotz des Wissen der Ermittlungsbehörden das Fritz Gelowicz, Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Attila Selek sich im Jahre 2006 in Pakistan befanden und dort vermutlich in einem Lager der Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) eine Waffen- und Sprengstoffausbildung erhielten, hatten die Behörden lange Zeit keine Möglichkeit gegen die sogenannten Gefährder vorzugehen.
Fritz Martin Gelowicz, geboren am 1.9.1979 in München, wohnhaft in 89075 Ulm, wuchs mit seinen Bruder beim Vater auf. Die Ehe der Eltern wurde schon früh geschieden. Im Alter von etwa 16 bis18 Jahren beschäftigte er sich mit dem Islam und konvertierte letztendlich zum Islamischen Glauben. Er war Stammgast im Neu-Ulmer MKH und zahlendes Mitglied des IIZ. Er studierte im achten Semester Wirtschaftsingenieurwesen und neben dem Studium jobbte er oft im Unternehmen seines Vaters, wo auch sein Kumpel Tolga Dürbin arbeitete. Von März bis Dezember 2006 befand er sich in Pakistan, wo er Adem Yilmaz und Daniel Martin Schneider kennenlernte.
Daniel Martin Schneider geboren am 9.9.1985 in Neunkirchen / Saarland, wohnhaft in 66125 Herrensohr, lebte als Gelegenheitsarbeiter neben einer Moschee im Saarbrücker Stadtteil Dudweiler-Herrensohr und konvertierte 1999 zum Islam. Als Arabisch- und Koranschüler war er für einige Zeit in Ägypten gewesen, genauso wie Gelowicz.
Adem Yilmaz geboren am 4.11.1978. in Bayburt / Türkei, wohnhaft in 63225 Langen, kam 1986 nach Deutschland und lebte bei seinen Eltern im hessischen Langen.
Im Herbst 2006 schickte anscheinend Suhail Buranow( ein führender Kopf der IJU) seine Kämpfer zum Dschihad nach Deutschland. Er sendete aus Pakistan auch E-Mails (die das BKA abfangen konnte) an die Terrorgruppe, mit eindeutigen Anweisungen und Befehlen, für Anschlagsziele in Deutschland.
In Deutschland war das der Startschuss für die größte Überwachungsaktion gegen islamistische Extremisten die es jemals gab. So arbeiteten BND, Verfassungsschutz, BKA und LKA, Hand in Hand, um die Terrorgruppe zu überwachen. Zeitweise waren an dem Einsatz mehr als fünfhundert Beamte beteiligt, darunter mobile Einsatzkommandos der Polizei und Observationsteams des Verfassungsschutzes. So sind die deutschen Sicherheitsbehörden nach eigener Einschätzung, damals bei den Ermittlungen gegen die „Sauerland Gruppe“, an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangt.
Am 4. September 2007 kam es in einen Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschlehdorn, welches die Gruppe angemietet hatte, schließlich zum Showdown.
Die Gruppe begann mit dem auskochen der zwölf Fässer Wasserstoffperoxid, welches Adem Yilmaz seit einiger Zeit bei regelmäßigen Fahrten nach Hannover beschafft hatte. Man war auch im Besitz von 26 militärischen Zündern, die Attila Selek der Gruppe besorgt hatte.
So blieb den Sicherheitsbehörden nichts anderes übrig, als die Mitglieder der Terrorzelle festzunehmen!
Durch den kurzfristigen Zugriff der GSG9 kam es leider auch zu einer Panne. Daniel Martin Schneider gelang es aus einem Badezimmerfenster auf der Rückseite des Ferienhauses zu springen. Nach 300 Meter hatten ihn BKA-Beamte, die das Haus umstellt hatten, eingeholt. Bei einem darauffolgenden Gerangel, gelang es aber Schneider einem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen und einen Schuss abzufeuern. Dabei wurde ein Beamter leicht an der Hand verletzt. Doch die anderen BKA-Beamten hatten dann schließlich Schneider überwältigt!
So findet jetzt hoffentlich in Düsseldorf ein Schlussstrich für diese Terrorzelle statt. Obwohl noch einige Sympathisanten/Mitläufer ein späterer Prozess erwartet und viele Drahtzieher im Dunkeln bleiben werden.
Allerdings wird die Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland sicherlich nicht kleiner und gerade mit dem Blick auf die Bundestagswahlen, ist mit allen zu Rechnen!