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Körper & Gesundheit | sonstiges |
sonstiges | 15.10.09 | 12:25 Uhr
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Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Warum ich da nicht mitmache...
Vom Kreis Kleve bekam ich ein Anschreiben für alle Beschäftigten in Praxen mit nicht ärztlichen Heilberufen. Da zähle ich ja als Heilpraktikerin zu. Hier wurde mir eine kostenlose Imfung ab der 44. Kalenderwoche in Aussicht gestellt. Erst einmal vielen Dank dafür.
Persönlich habe ich recht wenig Angst vor Infektionskrankheiten aller Art, da ich mein Immunsystem auf dem Laufenden halte und sicher bin, es wird sich gegebenenfalls bei Kontakt mit einem „Feind“ nach allen Regeln der Kunst wehren.
Zur Schweinegrippe machte ich mir so einige Gedanken.
Nachdenklich stimmte mich zunächst, dass die WHO ihre Pandemiekriterien extra für die Schweinegrippe herabstufte, um eine Massenimpfung überhaupt zuzulassen. Und dies bei einer bislang doch relativ harmlos verlaufenden Infektionskrankheit, ohne konkrete Bedrohung. Worum ging es da wirklich? Macht? Geld? Ich weiß es nicht.
Noch nachdenklicher machte mich der Impfstoff selbst.
50 Millionen Einheiten „Pandemrix“ hat der Bund bei der Firma GlaxoSmithKline bestellt. Ein Impfstoff mit mordernster Technologie und mit einem sogenannten Wirkverstärker (Adjuvans) ausgestattet.
Noch nicht freigegeben ist der Impfstoff „Celtura“ der Firma Novartis, der die Virenkulturen auf Hundenierenzellen herstellt. Hier wurden von den Bundesländern bereits 18 Millionen Einheiten Impfstoff vorbestellt.
Das große Fragezeichen der modernen Impfstoffe sind die Wirkverstärker, welche ein gewisses Risiko bergen, da sie bisher nur unzureichend getestet wurden. Der Wirkverstärker in Pandemrix heißt AS03 und enthält ein Zwischenprodukt der Cholesterinsynthese aus Haifischleber, sowie Tensid Polysorbat 80 und Vitamin E.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft befürchtet in einigen Fällen eine Überreaktion des menschlichen Immunsystems. Im schlimmsten Fall hier eine systemische Autoimmunreaktion z.B. das Guillian-Barre-Syndrom. Da wird anstelle der Infektabwehr das eigene Nervensystem angegriffen und geschädigt.
Dieser neue Impfstoff birgt also einige Risiken, die noch nicht abzuschätzen sind.
Warum werden eigentlich diese Adjuvantien beigemischt?
Das ist wiederum ein logistisches Problem. Bei einer Pandemie müssen Unmengen an Impfantigenen in kurzer Zeit hergestellt werden. Da die meisten Viren in befruchteten Hühnereiern angezüchtet werden, kann es zu Engpässen kommen, weil nicht genügend Hühnereier in kurzer Zeit zur Verfügung stehen. Deshalb versucht man mit einer sehr geringen Menge Antigenen einen Impfstoff herzustellen, der mit Verstärkern ausgerüstet werden muss, um eine Immunantwort im menschlichen Organismus zu sichern.
Ein Pandemie-Impfstoff mit ausreichender Antigenmenge (15 μg anstatt 3,75 μg) ohne Adjuvans würde umgerechnet 4 Euro kosten. Der Wirkverstärker verteuert den Impfstoff derzeit allerdings um 3 Euro pro Dosis. Also kann es sich nicht um eine Kosten-Nutzen-Abwägung handeln. Man nimmt ein höheres Risiko an Nebenwirkungen billigend in Kauf.
In diesen Wirkverstärkern sehe ich die größten Risiken schlummern. Gerade im Hinblick auf die bevorzugt zu impfenden Personengruppen: Schwangere, chronisch Kranke und schwache Menschen.
Die Stiko (Impfkommission Deutschland) rät aufgrund der Adjuvans gerade schwangere Frauen, mit einem Impfstoff ohne Wirkverstärker zu impfen. Ähnlich wie unsere Bundeswehrsoldaten, die ja auch einen Impfstoff ohne Adjuvantien bekommen sollen. Was ich durchaus befürworte, weil sich diese Personengruppe "zwangsweise" impfen lassen muss. Hier wird nicht gefragt, ob sie denn wollen.
Hoch interessant fand ich die Haftungsfreistellung der Firma GlaxoSmithKline, die Pandemrix auf den Markt bringt.
Laut. Arzneimittelinformation Berlin GmbH, 2009, A.T.I:
Da aufgrund der besonderen Situation im Pandemiefall weder umfangreiche klinische Daten noch Erfahrungen mit dem Pandemie-Impfstoff in seiner konkreten Zusammensetzung vorliegen", wird die Firma für Umstände, die die Nutzen-Schaden-Abwägung der Vakzine negativ ausfallen lassen und die nicht in der Produktinformation der Zulassung (SPC) enthalten sind, von einer Haftung freigestellt.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.
Erwähnenswert ist, dass die USA einen ganz anderen Weg gehen. Ohne Adjuvans wird per Nasenspray immunisiert. Für den Fall der Fälle, also falls es wirklich nötig sein sollte, hat sich die US-Gesundheitsbehörde mit einer gesonderten Menge Adjuvantien eingedeckt.
Auch ein Weg.
Abschließend kann ich sagen, dass bei der A H1N1-Grippeimpfung für mich persönlich die Risiko-Nutzen-Abwägung negativ ausfällt. Deshalb nehme ich Abstand von einer Impfung.
Foto: Rosa Canina
Quellen:
1 FDA News Release: FDA Approves Vaccines for 2009 H1N1 Influenza Virus, 15. Sept. 2009
http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm182399.htm
2 EMEA: Pressemitteilung vom 25. Sept. 2009
http://www.emea.europa.eu/pdfs/general/direct/pr/60258209en.pdf
3 PFLEIDERER, M., zit. nach Ärzte Zeitung vom 27. Juli 2009
http://www.aerztezeitung.de/suchen/default.aspx?query=pfleiderer&sid=559418
4 GlaxoSmithKline (London): Pressemitteilung vom 14. Sept. 2009
http://www.gsk.com/media/pressreleases/2009/2009_pressrelease_10087.htm
5 GlaxoSmithKline: Schreiben vom 16. Sept. 2009
6 CLARK, T.W.: N. Engl. J. Med. 2009; 361, publ. online 10. Sept. 2009
http://content.nejm.org/cgi/reprint/NEJMoa0907650v1.pdf
7 GREENBERG, M.E. et al.: N. Engl. J. Med. 2009; 361, publ. online 10. Sept. 2009
http://content.nejm.org/cgi/reprint/NEJMoa0907413v1.pdf
8 KIETZMANN, D.: apotheke adhoc 20. Aug. 2009; http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/
Wissenschaft+und+Forschung/7401.html
2009, A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin
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Meinungen von Lesern zu diesem Artikel
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Na, da hätte die Redaxxe unsre Artikel ja eigentlich auch verlinken können...
Wundert mich ja fast nicht, dass sich die Pharmaindustrie gern den Rücken frei hält. Zum andern fallen etwaige Schadensersatzansprüche bei uns in Deutschland in der Regel ohnehin lächerlich gering aus.
Und auch in Krankenhäusern unterschreibt der Patient für jeden Eingriff, nachdem er über Risiken aufgeklärt wurde. Denke mal, dass bei der jetzigen Impfkampagne die Verfahrensweise ähnlich ist:
Ohne schriftliches Einverständnis keine Impfung...
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Ich gehöre keineswegs zu den Menschen, die Impfungen generell ablehnen. Selbstverständlich bin ich gegen Tetanus, Polio und Diphtherie geimpft. Ich denke aber nicht im Traum daran, mich als Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie herzugeben und dafür auch noch zu bezahlen. Bei dem bisher bekannten harmlosen Verlauf von H1N1 fällt mein Risiko-Nutzen Analyse ganz klar gegen eine solche Impfung aus.
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Ach so Rosa - hab ich ganz vergessen ..... ein guter und wichtiger Artikel!!!
Nochma de Talith
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Ich zieh den Beitrag noch einmal hoch, weil er mir einfach wichtig erscheint.
Ich bin im Laufe der letzten Wochen zu dem Schluss gekommen, mich trotz meiner chronischen Erkrankung nicht impfen zu lassen, da die nicht ausgetesteten Nebenwirkungen dazu führen könnten, dass der Schuss nach hinten los geht.
Die Ärzte, mit denen ich gesprochen habe, sehen die Impfung auch problematisch (nicht nur bei mir) und haben mir zunächst abgeraten. Selbst mein Apotheker gab zu verstehen, dass er sich nicht sicher ist, ob eine Massenimpfung sinnvoll ist.
Grüße Talith
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Hahaha...die geliebte Bunderegierung soll auch einen
M(F)erkel-Impfstoff ohne Wirkverstärker bekommen.
Die müssen ja Angst haben vor den Adjunantien haben:-))))
Gruß vonne Rosa
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Vogelgrippe...Schweinegrippe....
ich werd zum Tier....uuuaaahhh..oder bin ich es schon?
Guter Artikel!
Ich hab mich noch nie gegen Grippe impfen lassen und auch bei den Kindern vertrau ich auf meinen ("grün"denkenden)Kinderarzt und der ist gegen Grippeimpfungen.
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Ich bin eh ein Impf- un dDoktormuffel. (Was nichts ist, um stolz drauf zu sein). Aber die Aussagen und Informationen, die ich zum Thema Schweinegrippe kenne, ergeben für mich immer ein sehr widersprüchliches Bild. In Relation zur "normalen" Grippe, kann ich die Sonderstellung in den Medien nicht nachvollziehen. Dein Beitrag informativer lässt mich noch etwas nachdenklicher zurück.
Grüße
Howie
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Aufschlussreicher Beitrag, der mich in meiner Meinung nur noch bestärkt.
Zustimmende Grüße
Micasa
aha! | 16.10.09 | 10:27 Uhr
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Tschuldigung, ich habe einen HTML-Tag zwischendrin vergessen.
aha! | 16.10.09 | 10:11 Uhr
RE: Impfung gegen die neue Grippe Influenza A/H1N1
Bevor sich hier allgemeine Impfmüdigkeit ausbreitet,
ein Zitat aus dem Medizinportal 'NetDoktor' von heute:
Die jährliche Grippe-Impfung verringert das Risiko für eine Thrombose um 26 Prozent. Besonders Menschen unter 52 Jahren profitieren von diesem Effekt - bei ihnen halbiert sich das Risiko sogar. Forscher der Universität Paris Descartes stellten dieses überraschende Ergebnis auf der Konferenz American Heart Association’s Scientific Sessions 2008 in New Orleans vor.
Was die neue Schweinegrippe-Impfung betrifft, so gibt es dazu natürlich noch keine Studien.
Ich halte das Ganze für eine überaus dumm gelaufene Sache.
Erst Panikmache, dann Impfstoffentwicklung auf die Schnelle, dann wird für Millionen Euro Impfstoff bestellt, den keiner will. Pharmaindustrie-Bashing ist ohnehin in, also wird unterstellt, dass es sich um reine Profitmache handelt.
Aber stellen wir uns das Szenario mal andersrum vor:
Die Schweinegrippe hätte in Deutschland schon 14.732 Menschenleben gefordert, und es wäre nicht genug Impfstoff da. Dann möchte ich das Geschrei nicht gehört haben.
Viele Grüße,
aha!
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