Bald ist es wieder so weit...Das "Feuer" kehrt zurück nach Düsseldorf. Im April geht es mit viel Elan mit dem Football in der Landeshauptstadt weiter.
Die LTU-Arena ist fertig und die Zeiten „auf Schalke“ vorbei. Auf den April dieses Jahres werden sich die Fans des Düsseldorfer Football-Teams freuen. Rhein Fire spielt wieder in seinem „Heimatstadion“.
Pünktlich zum Saisonstart gibt es hier einige Informationen über das Team:
Seit Juli 1994 wurde das Düsseldorfer Profi -Football Team offiziell für die Teilnahme an der NFL-Europe League zugelassen und bestritt im Jahre 1995 bereits seine ersten Spiele. Spätestens seitdem ist der Football aus der Landeshauptstadt nicht mehr wegzudenken.
Der Name Rhein Fire symbolisiert den Kontrast von Feuer und Wasser und ist kennzeichnend für Dynamik, die nicht nur während des Spiels, sondern auch im Rahmenprogramm geboten wird. Sehr bekannt sind die Cheerleader „Pyromaniacs“ die auch bei anderen Veranstaltungen auftreten.
Rhein Fire wurde bereits in den Jahren 1998 und 2000 Meister in der NFL Europe League und dreimal (1997, 2002, 2003) Vize-Meister. Dieses Jahr wird das Finale des World Bowl am 11.06.2005 sogar in Düsseldorf stattfinden. Im World Bowl treffen die beiden besten Teams der abgelaufenen NFL-Europe League-Saison aufeinander. Aus sechs Mannschaften, die jeweils in der Hin- und Rückrunde gegeneinander antreten, werden die beiden Teilnehmer des World Bowl ermittelt. Mögen die neue Spielstätte, das Rhein Fire Maskottchen Burnie aus der Familie der Feuervögel, sowie viele Fans dem Team Glück bringen!
Zum Fan wird man ganz einfach. Hier ein Erfahrungsbericht von Michael:
"Mein erster Tag bei Fire:
Katja, eine Auszubildende meiner Firma und gute Freundin fragte mich, ob ich nicht Lust hätte zum Footballspiel zu kommen. Warum nicht, sagte ich mir und sie besorgte mir eine Dauerkarte. War ich vielleicht zu voreilig? Was ist, wenn mir diese Sportart nicht zusagt?
Bei Football handelt es sich zumal um eine Randsportart und viele Rundballer spotten, es wäre ja sogar eine Trendsportart. Von Rhein Fire habe ich schon mal was gehört, aber unter Football vermochte ich mir nichts vorzustellen, geschweige denn die Regeln zu kennen.
Es war an einem sommerlichen Samstag Nachmittag im April 2001. Wir fuhren an diesem Tag mit dem Auto zum damaligen Rheinstadion. Die Straßen waren wie leergefegt.
Mir gingen einige Gedanken durch den Kopf:
Heute ist mein erstes Footballspiel.
Warum nennt sich das Team Rhein Fire? Was ist Rhein Fire - hmm Rhein Feuer, der Rhein brennt? Was erwartet mich, wie sind die Regeln? Ist nicht gerade vorteilhaft, das Spiel nicht zu verstehen.
Einen Parkplatz in der Nähe des Stadions haben wir schnell gefunden. Am Haupteingang des Rheinstadions angekommen, passierten wir die Sicherheitsschleuse und gingen durch einen breiten Korridor. Am Ende des Korridors wartete schon Katjas Clique auf uns: Stephan, Steffi, Susi, Micha und Volker.
Wie ein Ring um das Rheinstadion wurden American Food-,
Bier-, Merchandise- und Promostände aufgestellt, die sofort ins Auge fielen. Für Groß und Klein gab es genügend Spielstände, wo man auch was gewinnen konnte. An den Promoständen wurden auffällig viele Anhänger mit Trillerpfeifen und Gehörschützer verteilt.
Zuallererst gönnten wir uns ein paar Hotdogs. Plötzlich und unerwartet näherte sich so ein gelbliches Federvieh, nahm Anlauf... und er wird doch nicht... – doch, ich war das Ziel und es sprang mich an. Ich hatte den gelben Fussel in meinen Armen. Es war kein anderer als Burnie, Maskottchen und Liebling der Rhein Fire Fans. Burnie hatte nichts anderes im Kopf als Blödsinn und die Fans zum Lachen zu bringen. Na ja, das ist ihm ja wohl auch gelungen.
Die Fire Fans sind ein sehr exotisches Volk. Sie tragen burgundy und erzählten von vergangenen Spieltagen und über spektakuläre Pässe und Touchdowns. Oh Mann, werd ich das jemals verstehen?
Der Höhepunkt dieser Pregame-Party war offensichtlich die Fire Stage, eine überdachte Bühne, die Plattform der Fire Fans, die es zu unterhalten gilt. Die Bühne war bestückt mit
großen Lautsprechern. Sie war mit moderner Sound- und Lichttechnik ausgestattet und das passende Schlagzeug stand auch bereit, wenn es dann auf der Bühne rockt.
Erfahrene Moderatoren führten durch das Programm. Der Fan erhielt über diese Plattform aktuelle Informationen und Spielerprognosen; außerdem gab es Interviews mit Leuten aus der Szene. Das Programm wurde mit den Tanzeinlagen der Rhein Fire Cheerleader abgerundet.
Auf der Nebenkampfbahn zeigte der Football-Nachwuchs beim Flagfootball sein Können. Flagfootball ist die körperkontaktarme Variante des American Football. Am benachbarten Merchandise Stand deckten sich die Fans noch schnell mit Caps, Trikots, Flaggen und Schlüsselanhänger ein, all das was eben zur Standardausrüstung dazu gehört.
Allmählich strömen die Massen in die Ränge des Stadions. Auf den Rängen kann man die Spieler beim Aufwärmtraining beobachten. Heute spielt Rhein Fire gegen die Amsterdam Admirals. Vor dem Kick-Off wird eine riesige Show mit prominenten Sängern, Künstlern und Tanzeinlagen aufgefahren. Die beeindruckende Pyrotechnik lässt das Stadion für Millisekunden explosionsartig erhellen. Das ist also das sogenannte Rhein Fire. Und da kommen sie, die Lords of Football. Die Spieler rennen durch einen überdimensionalen Footballhelm auf das Spielfeld, durch ein Spalier Cheerleader, und lassen sich von der Masse feiern.
Katja erklärte mir soweit die Grundlagen des Footballs. Das Footballspiel dauert 4 x 15 Minuten und es treten jeweils 11 Spieler gegeneinander an - Offense und Defense. Das Spiel beginnt mit dem Kick-Off, bei dem der Ball von der 35-Yard-Linie der kickenden Mannschaft in die gegnerische Spielhälfte geschossen wird. Dort wird der Ball von einem Gegenspieler aufgenommen und so weit wie möglich in die Hälfte des Teams zurückgetragen, das den Kick-Off ausgeführt hat. Damit ist der Kick-Off eigentlich eine Ballabgabe. An der Stelle, an der dieser Spieler zu Boden gebracht wird, beginnt der erste Angriff First-Down der Offense.
Die Offense hat nun 4 Versuche um 10 Yards 8 (10 Yard = 9,144 m) zu überbrücken. Der Raumgewinn ist also entscheidend. "1 und 10", das bedeutet 1. Versuch und noch 10 Yards zu gehen.
Für jeden Versuch gibt es zwei unterschiedliche Spielweisen: Lauf- oder Passspielzug. Bei beiden gibt der Center den Ball durch seine Beine an den hinter ihm stehenden Quarterback weiter. Dieser passt den Ball nun an einen Wide Receiver oder er übergibt den Ball an einen Running Back, der versucht, die erforderliche Distanz von 10 Yards mit dem Ball zu laufen. Die Defense (verteidigende Mannschaft) versucht natürlich jeden Raumgewinn zu verhindern. Ballträger werden getackelt und Pässe versucht abzufangen.
Ein Versuch endet, wenn der Ball den Boden bei dem Pass-Spiel berührt oder der Ballträger beim Laufspiel zu Boden geworfen wurde.
Ist die Offense der gegnerischen Mannschaft am Zug, sind die Fans aufgefordert so laut wie möglich in die Trillerpfeife zu blasen. Meine Ohren wurden schon ganz taub, aber ich hatte ja die Ohropax dabei, die ja vor dem Spiel verteilt wurden. Ihr erinnert euch.
Bei Fire schon längst Kult - der Wäschedienst Heinze. In einer kurzen Pause erzählt der Moderator in einer sehr heldenhaften Ausführung was der Heinze alles so macht, wie er die verschmutzten Klamotten einsammelt und dass er kein Hemd auslässt. Daraufhin brüllt er durchs Mikro „Wäschedienst...“ und die Fans erwidern lautstark „Heinze“.
Die Spannung steigt, in einem spektakulären Laufspiel trägt ein Rhein Fire Spieler den Ball in die Endzone, die Menge jubelt. Manni Burgsmüller kickt den Ball zum krönenden Abschluss
in das U, 7 Punkte. Touchdown und Extrapunkt. Diesmal sind es keine Football Topics, so heißen 2 Pferde. Touchdown und Extrapunkt drehen ihre Runde auf der Tartanbahn und die Fans machen die Welle.
Es hat mir viel Spass gemacht den American Style mitzuerleben und neue Freunde zu finden. Dank meiner lieben Truppe und den besten Fans der Liga bin ich seit jenem Tag Rhein Fire treu geblieben und versorge, zusammen mit meinen Kollegen, die Fire Szene mit unseren Fotos."
Wie man sieht, ist es also eine sehr einzigartige Atmospähre, die wohl auch in diesem Jahr ihre Anhänger begeistern wird.
Die National Players haben zuletzt ein einwöchiges Trainingscamp in Tampa / Florida absolviert. Nach dieser Zeit wurden die National Players, 58 ausgewählte Spieler von 78, aus insgesamt 13 Ländern, auf die insgesamt 6 NFL Europe-League Teams aufgeteilt. Jedes Team wird mit 8 National Players aufwarten. 35 neue Spieler waren dabei, und mussten sich einen der acht Plätze erkämpfen. Während den anderen Teams mindestens neun National Players zugeteilt wurden, waren es bei Rhein Fire sogar 10. Neben dem Offensive Guard Peter Heyer, Safety Richard Yancy, Linebacker Richard Adjei, Wide Receiver Christopher Liess und dem Running Back Laurent Marceline nahmen als Neulinge auch die beiden Briten Onoh Ozongwu (Safety) und Shaun Smith (Linebacker), sowie der belgische Wide Receiver Willy Bongo teil. Des weiteren wurde der Rhein-Fire Kader durch den einzigen deutschen Neuzugang, den Defensive End Ulrich Winkler sowie durch den Running Back Joakim Holm aus Schweden vervollständigt.
Seit dem 20.03.2005 steht fest, von welchen Spielern sich Rhein Fire getrennt hat: Daryl Kennedy (Full Back), Luke Powell (Wide Receiver), Marc Bartosic (Wide Receiver), Jason Thomas (Offensive Line), Morgan Pears (Offensive Line), Kyle Acker (Tight End), Travis Carroll (Linebacker), Derrick Strong (Defensive End), Matt Mitrione (Defensive Tackle), Willi Bongo (National, Wide Receiver).
Auch der National Chris Liess wird in dieser Saison nicht mitspielen. Aus gesundheitlichen Gründen wird er ein Jahr lang pausieren.
Die Mannschaft von Rhein Fire wird am kommenden Donnerstag nach Deutschland reisen.
Zum Schluss noch einige Termine:
25.03.2005: Ankunft des Rhein Fire Teams am
Düsseldorfer Flughafen
26.03.2005: Team Welcome Party, 13:00 Uhr, Rathausplatz
28.03.2005: Auftritt der Pyromaniacs, 15:00 Uhr beim Debitel
Cup (Sportanlage des BV 04, Hans-Böckler-Str. 31)
Fotos und Erfahrungsbericht: Michael Fischer