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Unsere Erde
In Mamas Beutel

Unsere Erde: In Mamas Beutel
FOTO: dpa
Düsseldorf. Wofür sind Kängurus berühmt? Für den Beutel, klar. Klecks Klever erklärt euch, warum dieser Beutel so praktisch ist.

Mit Purzelbaum

So ein Mist. Nero ist einfach zu groß. Trotzdem versucht der Känguru-Junge immer wieder, seinen Kopf in Mamas Beutel zu stecken – und hineinzuklettern. Als er noch kleiner war, klappte es ganz einfach: Kopf rein, festhalten, und mit einer Art Purzelbaum Körper und Beine im Beutel verstauen. "Nach dem Einsteigen sieht man manchmal nur die Füße aus dem Beutel schauen", erklärt Thomas Günther. Er ist Tierpfleger im Zoo in München. Dort lebt Nero mit seiner Familie: elf erwachsene Riesenkängurus und einige Känguru-Jungen. Das Fell ist graubraun und manchmal ein bisschen orange. Nur Ian, der Känguru-Vater, hat ein rotes Fell. Obwohl sich fast alle auf den ersten Blick ähneln, kann Thomas Günther sie auseinander halten. Er weiß auch, welches Känguru sich noch von seiner Mama im Beutel durch die Gegend tragen lässt und welches nur noch ab und zu vorbeihüpft, um im Beutel einen Schluck Milch zu trinken. "Sobald die kleinen Kängurus den Beutel öfter verlassen und etwas anderes außer Milch zu sich nehmen, wachsen sie sehr schnell", erklärt der Fachmann.

Nackt und hilflos

Man kann sich kaum vorstellen, wie winzig so ein Känguru bei seiner Geburt ist. "Nicht größer als ein Gummibärchen", sagt der Tierpfleger. Die Känguru-Babys sind noch völlig nackt und hilflos. Trotzdem: Kaum sind sie auf der Welt, müssen die Kängurus eine anstrengende Klettertour machen. Nämlich vom Geburtskanal der Mutter in den Beutel. Damit sie den Weg besser finden, schleckt sich die Känguru-Mama eine Art Weg ins Fell. Ist das Känguru-Baby erst im Beutel angekommen, saugt es sich an einer der Zitzen fest, die im Beutel sind. Die Babys hängen dort so fest, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn ihre Mutter in großen Sprüngen loshüpft. Außer der Milch haben die Kleinen im Beutel auch alles andere, was sie brauchen. Es ist angenehm warm und geputzt wird auch – die Mutter macht ihren Beutel nämlich immer wieder mit der Zunge sauber. Und wenn es mal Ärger gibt: Im Beutel ist das kleine Känguru sicher. Nach mehreren Monaten ist das Känguru dann endlich so groß, dass es auch mal aus dem Beutel herauskommen kann. Draußen lernt es dann viele neue Sachen – etwa, was Kängurus fressen. Zwischendurch kommt es aber immer wieder zurück zu seiner Mutter, um Milch zu trinken oder sich noch mal im Beutel ein Stück tragen zu lassen. Irgendwann aber lässt die Mutter ihren Nachwuchs gar nicht mehr hinein. Dann muss das Känguru allein klarkommen.

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