Schweizer fühlt sich in Berlin pudelwohl: Adolf Muschg neuer Präsident der Akademie der Künste
zuletzt aktualisiert: 11.05.2003 - 14:27Berlin (rpo). Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg ist am Samstag zum neuen Präsidenten der Berliner Akademie der Künste gewählt worden. Er fühlt sich auch als Wahlberliner.
"Ich hänge an Berlin, der Stadt, in der das größte literarische Werk der Schweiz, "Der grüne Heinrich" geschrieben wurde", sagte der 68-jährige Schriftsteller gleich nach seiner Wahl als Nachfolger des Ungarn György Konrad an der Spitze der berlin-brandenburgischen Künstlersozietät. Gottfried Keller (1819-1890) hatte von 1848 bis 1855 in Heidelberg und Berlin gelebt und dort den Roman geschrieben.
Berlin und das untergegangene Preußen seien für ihn "ein Stück Heimat", meinte Muschg, der 1988 Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg war und dort auch seine japanische Frau kennenlernte. "Sie liebt Berlin sehr. Seit damals wollten wir wieder nach Berlin. Jetzt sind wir da." Er werde vermutlich die Hälfte seiner Zeit in Berlin verbringen. "Wenn das nicht reicht, werde ich Männedorf verlassen und umziehen."
An der "Baustelle Berlin" reize ihn auch die große Offenheit, betonte Muschg. "Es hat mich maßlos geärgert, daß ich in einem Land lebe mit so hohem europäischen Potenzial und wunderbaren Leuten, die sich auch auskennen mit Anderssein, das sich selber blockiert. Und ich wollte an einen Ort gehen, wo ich die Blockade für mich selber aufheben kann." Und er wolle in Berlin als Akademie-Präsident auch seine Schweizer Erfahrungen einbringen. "Ich habe in meinem eigenen Land Erfahrungen gemacht, wie man mit Politikern umgeht und reden kann, wie man Mitspieler gewinnt. Und wenn die schon einen Schweizer nach Berlin holen, dann will ich auch Schweizer Geldquellen für die Akademie erschließen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






