Alle Kultur-Artikel vom 2. September 2014
Kolumne: Kurz Und Gut

Chopin von Herzen

Sie macht derzeit auf sehr erfrischende Weise Karriere, aber die steht trotzdem auf breitem Fundament. Studiert hat sie beim großen Karl-Heinz Kämmerling, Martha Argerich holte sie zu ihrem Progetto nach Lugano - und jetzt entzückt die Deutsch-Italienerin Sophie Pacini mit einer ausgereiften Chopin-Platte. Das pianistische Niveau ist famos, und es gelingt ihr, sogar ausgeleierten Meisterwerken (Fantaisie-Impromptu, b-moll-Scherzo, manche Nocturnes) noch etwas Anspringendes, Flammendes zu entlocken. Dass ihr Chopins Musik eine Herzenssache ist, hört man aus jedem Takt. w.g. mehr

Venedig

Regisseur Lars von Trier mit schrägem Auftritt in Venedig

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat sich nach langer Zeit erstmals wieder öffentlich geäußert - wenn auch auf ganz spezielle Art. Zur Pressekonferenz seines Films "Nymphomaniac II" war er bei den Festspielen Venedig über einen Computerbildschirm zugeschaltet und beantwortete drei Fragen per Telefon. Seine Stimme war dabei nur durch das Handy seines Hauptdarstellers Stellan Skarsgård zu hören. "Alles Masochistische im Film bin ich", übersetzte der Schauspieler gestern eine Antwort seines Regisseurs (58). Und: "Ich weiß alles über Frauen." Nach den drei Antworten verschwand von Trier aus dem Bild; nur sein leerer Stuhl war zu sehen. Beim Festival läuft die Langfassung von "Nymphomaniac II" um eine Sexsüchtige (Charlotte Gainsbourg) außer Konkurrenz. mehr