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Art Cologne
Große Namen für wenig Geld

Rundgang über die Kunstmesse Art Cologne 2014
Rundgang über die Kunstmesse Art Cologne 2014 FOTO: dpa, obe kde
Köln. Werke von Graubner und Feldmann gibt es auf der Art Cologne schon für mittlere vierstellige Beträge. Von Bertram Müller

Selbstverständlich unterbreitet die Art Cologne auch diesmal wieder ein reiches Angebot an Malereien von Gerhard Richter. Die Züricher Galerie von Vertes bietet eine abstrakte Komposition für 2,85 Millionen Euro an. Doch man muss kein Millionär, ja nicht einmal leitender Angestellter sein, um sich Kunst eines der Großen ins Wohnzimmer hängen zu können. Der Düsseldorfer Hans-Peter Feldmann zählt mit seinen Werken international zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Und was kostet so etwas? Am Stand von Konrad Fischer (Düsseldorf) zahlt man für eine witzige, allerdings in ihrer Auflage unbegrenzte Grafik 2200 Euro. Dafür bekommt man ein altertümlich schwarz-weißes fotografisches Jugendbildnis der Queen, deren Kopf eine eingeschobene British-Pound-Note markiert.

Bei Schönewald Fine Arts, ebenfalls aus Düsseldorf, kann man für 5000 bis 6500 Euro bereits ein Unikat erwerben. Die angebotenen Aquarelle des 2013 gestorbenen Gotthard Graubner, 15 mal zehn Zentimeter, sind immerhin signiert. Und bei den Händlern Remmert und Barth gibt es ein expressionistisches Aquarell von Christian Rohlfs für 3600 Euro: "Mann mit Pfeife" von 1919. Herbert Remmert räumt ein, dass er daheim in Düsseldorf sogar schon für 80 Euro Kunst anbietet. Selbst ein Warhol muss kein Wunschtraum bleiben, wenn man sich mit einer Offset-Lithographie (immerhin handkoloriert) begnügt: einer orangefarbenen Marzipantorte, für welche die Kölner Galerie Klaus Benden 3600 Euro fordert.

Qualität findet sich im Segment des Erschwinglichen natürlich auch abseits der ganz großen Namen. Der Düsseldorfer Galerist Hans Strelow weist zwischen Großformaten von Emil Schumacher und Ulrich Erben auf 20 mal 20 Zentimeter kleine quadratische Arbeiten von Jürgen Meyer: schrundige Miniaturlandschaften aus Blattgold, Kupfer und Silber. Thema ist die Farbe als Material, und wer Gefallen daran findet, ist mit 2300 Euro dabei.

Für nur 750 Euro lassen sich bei Beck und Eggeling (Düsseldorf) kleinformatige, mit Öl überarbeitete Pigmentdrucke von Katharina Schilling erstehen: Alltagsgegenstände, isoliert und abstrahiert.

Die Art Cologne mit ihren gut 200 Händlern aus 23 Ländern hat sich in diesem Jahr um ein drittes Stockwerk erweitert. Es ist auf Anhieb das lebendigste. Auf der dritten Ebene der Halle trifft man auf die Jungen und die in ihrer Arbeit Junggebliebenen - weshalb dort auch die Preise noch vergleichsweise niedrig sind. Der aus Brooklyn stammende und dort lebende Fotograf Jamel Shabazz hat das bunte Straßentreiben in seinem Viertel festgehalten: junges Volk beim Tanz um den Ghettoblaster. Solche Bilder kosten am Stand der Kölner Hardhitta Gallery 1800 Euro.

Zwischen Robert Longo, Tony Oursler und Andy Warhol hat sogar der Düsseldorfer Top-Händler Hans Mayer etwas für seine Verhältnisse Preiswertes im Angebot: eine raffinierte, an ein Meer gemahnende, bizarre weiß-graue Malerei des südafrikanischen Shootingstars Zander Blom für 30 000 Euro. Der Markt gebiert immer wieder Überraschungen.

Messe Köln, bis 19. April, 11-19 Uhr, am 19. April bis 18 Uhr; Eintritt: 25 Euro

Quelle: RP
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