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Dessau-Roßlau
Ausstellung: Bauhaus Dessau zeigt "Große Pläne!"

Dessau-Roßlau. Die einen malen in Magdeburg Häuser bunt an, andere wollen mit Raketen hoch hinaus. Die Pädagogik wird reformiert, in der Altmark wirbt ein Naturapostel für gesunden Lebensstil - und im Bauhaus Dessau sind neues Wohnen, Leben und Arbeiten das Ziel. Welche Visionen Gestalter, Techniker, Architekten und Künstler vor knapp 100 Jahren auf dem heutigen Gebiet von Sachsen-Anhalt hatten, zeigt eine neue Ausstellung im Bauhaus Dessau. Sie soll der Auftakt sein für das Bauhaus-Jubiläum 2019. Die Schau "Große Pläne!" ist bis zum kommenden Jahr zu sehen. Sie soll für das Bauhaus zugleich die Wende hin zu einem Ausstellungshaus werden - bislang kommen die Besucher vor allem wegen der Architektur. Zum Jubiläum soll das neue, 25 Millionen Euro teure Bauhaus-Museum im Dessauer Stadtpark fertig sein. "Das Bauhaus ist international beachtet als Ort der Avantgarde, jetzt wollen wir zeigen, dass es auch regionale Netzwerke gab", sagt die Direktorin der Stiftung Bauhaus, Claudia Perren. Erzählt wird die Geschichte der angewandten Moderne in Sachsen-Anhalt 1919 bis 1933 anhand einer Reihe von "Modernen Typen, Fantasten und Erfindern" - so der lange Titel der Ausstellung "Große Pläne!".

Den Besucher erwartet ein Rundgang, beginnend mit der reichen Industriegeschichte der Region, die wirtschaftliche Basis für die Fantasten. Es waren Geld und politischer Wille da, um das Bauhaus von Weimar nach Dessau zu holen. "Die Ausstellung zielt ab auf die Menschen, die Typen, ihre Euphorie und ihr Wirken", erläutert Kurator Torsten Blume. Dazu zählt Bruno Taut (1880-1938), Architekt und Magdeburger Stadtbaurat, der muffige und triste Arbeitersiedlungen mit intensiven Farben menschenfreundlicher gestalten wollte. Oder der Astronom und Raketen-Auto-Pionier Max Valier (1895-1930): Er träumte von der Reise zum Mond und war einer der Wegbereiter der Raketentechnik. Er konstruierte erste Raketenflugzeuge und -autos und kam bei einem Versuch ums Leben.

"Insgesamt haben wir rund 100 Protagonisten recherchiert", sagt Bauhaus-Chefin Perren. Nur ein kleiner Teil hat es in die Ausstellung geschafft. Darunter ist neben vielen Künstlern auch Gustav Nagel (1874-1952) aus Arendsee, den Kurator Torsten Blume und sein Kollege Janek Müller als Naturapostel und Tempelwächter beschreiben. Blume und Müller bezeichnen ihre Ausstellung als Präsentations-Laboratorium, eine erste Sortierung des Materials. Es soll keine rein historische Schau sein, sondern ein Modell der Moderne. Neben Bildern, Fotografien, Modellen bieten Hörstationen fiktive Gespräche mit den historischen Hauptpersonen.

(dpa)
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