Filmmuseum Berlin: Ausstellung inszeniert Legende Hildegard Knef
zuletzt aktualisiert: 24.11.2005 - 11:47Berlin (rpo). Hildegard Knef. Ihr Leben und Lieben füllte drei Bücher: 1970 wurde "Der geschenkte Gaul" sofort zum Bestseller. Zwei weitere autobiographische Bände folgten. Knef war Filmdiva, Autorin und Sängerin. Diesem Phänomen widmet sich nun das Filmmuseum Berlin mit der Sonderausstellung "Hildegard Knef. Eine Künstlerin aus Deutschland". Anlass ist der Geburtstags der Filmlegende, die am 28. Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.
Fünf Räume widmet das Museum in Berlin der deutschen Schauspielerin, die doch nur wenige Jahre über einen deutschen Pass verfügte. Früh suchte Hildegard Knef ihr Glück in den USA, zuerst an der Seite ihres ersten Mannes Kurt Hirsch. Dabei hatte die 16-Jährige zunächst eine Lehre als Trickfilmzeichnerin bei der Ufa begonnen, bevor sie ein Jahr später zum Schauspiel wechselte.
Ihre erste große Hauptrolle spielte Hildegard Knef direkt nach dem Krieg 1946 in "Die Mörder sind unter uns", der endgültige Durchbruch kam mit "Die Sünderin" 1951, ein Skandal wegen einer sekundenkurzen Nacktszene. Danach trat sie 18 Monate am Broadway auf, drehte in Deutschland, Frankreich, England und den USA an der Seite von Hardy Krüger, O.W. Fischer, Gregory Peck.
Später machte vor allem ihr Privatleben Schlagzeilen. Die Ehe mit Schauspiel-Kollege David Cameron, die 1962 geschlossen und 1975 unter großem Anteil der Presse geschieden wurde, ihre Krebserkrankung, die dritte Ehe mit Paul von Schell und 1980 ihre Schönheitsoperation, die in den deutschen Schlagzeilen "Entsetzen und Jubel über ihr neues Gesicht" auslöste.
Nachlass erstmals öffentlich zugänglich
Solcherart Schlagzeilen sind es, die sich in der Ausstellung als roter Faden durch das bewegte Leben der Hildegard Knef ziehen. Parallel zeigt die Schau bislang unveröffentlichte Fotos von Film- und Bühnenrollen, auch aus Privatwohnungen, die sie dem Museum zufolge über 50 mal im Leben wechselte. Die Exponate stammen aus dem Nachlass der Schauspielerin, den das Museum vor drei Jahren erwarb und nun erstmals ausführlich zugänglich macht.
Allerdings bleibt die große Künstlerin zwischen den vielen Pressefotos und Fanpostkarten, Filmplakaten, Bühnenroben und TV-Auftritten, die im Schlussraum der Ausstellung über Monitore flimmern, seltsam zurückgenommen. Kaum kommt sie selbst zu Wort. Zwar gibt es einige Briefe an Freundin Marlene Dietrich, auch ein Tagebuch wird gezeigt. Doch was hinter der Fassade einer Diva lag, bleibt auch nach einem Ausstellungsrundgang verborgen. Eine Auseinandersetzung mit dem Denken, Hoffen und Zweifel der Schauspielerin findet nicht statt.
So bleibt die Knef "die Knef". Die Ausstellung liefert eine Hommage an eine große Schauspielerin, die sich wie keine Zweite auch als Malerin, Autorin, Songschreiberin und Sängerin bewies. Ihr Comeback Ende der 90er Jahre mit der Extrabreit-Version ihres Chansons ""Für mich soll's rote Rosen regnen" - ein Bild. Es bleibt.
Die Ausstellung läuft bis zum 17. April.
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