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Düsseldorf
Ausstellung zeigt Goethes Verbindung zum Karneval

Düsseldorf. Der Karneval hat Johann Wolfgang von Goethe sein Leben lang begleitet. Zunächst am Hof in Weimar, dann in Italien und zuletzt in Köln hat der Dichter sich mit der vierten Jahreszeit beschäftigt. "Er nannte sich zuweilen sogar ,Fastnachts-Goethe'", sagt Christof Wingertszahn, Direktor des Goethe-Museums, das der besonderen Beziehung Goethes zum Karneval nun die Sonderausstellung "Goethe und der Karneval" widmet. "Das Projekt soll die seriöse Goethe-Philologie ebenso abbilden wie die heitere Lachkultur des Karnevals", so der Museumsdirektor. Von Saskia Nothofer

Schon der junge Goethe hatte Spaß an der Verkleidung und am Possenspiel, erste praktische Erfahrungen sammelte der Dichter schließlich in seiner Weimarer Zeit. Unter seiner Leitung entwickelte sich am Weimarer Hof die Tradition der Maskenzüge und -feste, die Kostüme, Pantomime, Gedichte, Musik und Ballett vereinigten. Teilnehmen durften lediglich Adel und Bürgertum, Anlass waren häufig Geburtstage der Herzoginnen.

Den Karneval als Volksfest erlebte Goethe erst bei seinem Aufenthalt in Italien. Während er zunächst wenig damit anfangen konnte und sich durch den Lärm eher gestört fühlte, beschrieb er das Treiben in seiner Studie "Das römische Carneval" als ein legitimes Volksfest, das sich das Volk selbst gibt und bei dem es sich selbst feiert. "Goethe mochte den Karneval sehr, es sollte nur nicht so ausgelassen werden, dass es zum Rausch kommt", so Wingertszahn.

Mit dem rheinischen Karneval kam Goethe schließlich in Köln in Berührung. Auf Einladung der Karnevalisten verfasste er das Gedicht "Der Cölner Mummenschanz", das die Karnevalsvereine des 19. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusste. Zudem verfasste er die "Mummenschanz"-Szene in "Faust II", in der ein langer, wilder Karnevalsaufzug mit Zauberei die Welt aus der Ordnung hebt.

Info Die Ausstellung wird ab Sonntag bis zum 10. Februar 2016 im Goethe-Museum, Jacobistraße 2, gezeigt. Eintritt kostet vier, ermäßigt zwei Euro. Das Museum ist Di bis Fr sowie So von 11 bis 17 Uhr, Sa von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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