Schauspieler liest Franz Bieberkof in neuem Hörbuch: Ben Becker spürt 20er Jahre in Berlin
zuletzt aktualisiert: 06.06.2004 - 12:04Berlin (rpo). Für Schauspieler Ben Becker ist ein Gang durch Berlin immer eine Art Zeitreise. Seiner Meinung nach sind die 20er und 30er Jahre in der Bundeshauptstadt noch deutlich zu erkennen.
"Der Geruch dieser Zeit klebt ja in Berlin an jedem Bordstein", sagte Becker am Sonntag in einem AP-Interview. Den berühmten Roman "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin findet der 39-Jährige deshalb hoch aktuell. In einem neuen Hörbuch liest Becker die Hauptfigur Franz Biberkopf. Zuvor hatte er schon am Maxim Gorki Theater in dieser Rolle brilliert.
Aufnahmen für ein Hörbuch und das Theaterspielen unterscheidet sich nach Ansicht des Berliner Schauspielers ganz stark. "Ein Spiel darf es nicht werden, da muss man aufpassen. Wenn man es übertreibt, wird es schnell aufdringlich." Wichtig sei, dass die Zuhörer eine Chance für ihre eigene Fantasie hätten. "Darin liegt wohl auch die Kunst", meint Becker. Für die Aufnahmen des Hörbuches blieb ihm allerdings nur drei Tage Zeit. "Zu gute kam mir, dass ich die Töne der Kollegen von der Bühne noch im Ohr hatte", erinnert er sich.
An der Figur des Franz Biberkopf liebt Becker vor allem die Vielschichtigkeit. "Er ist ein Clown, letztendlich. Er hat etwas sehr tragisches, rührendes, liebenswertes, manchmal auch was boshaftes, was schönes und was komisches."
Für die kommenden Zeit hat Ben Becker einen vollen Terminkalender. "Es gibt Kinoprojekte und ich werde wieder Theater spielen", sagte er. Außerdem kündigt er eine Zusammenarbeit mit Otto Sander an. "Wir planen eine Art szenische Lesung, mit wenig Bühnenbild und in Begleitung von Musikern." Geplant ist das gemeinsame Projekt für Herbst nächsten Jahres.
Mit dem Hörbuch geht Becker auch auf Tournee. Start ist am 19. Juni in Bad Neuheim.
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