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Berlin
Berliner Schloss: Wiederaufbau könnte sich verzögern

Berlin. Beim fast 600 Millionen Euro teuren Wiederaufbau des Berliner Schlosses könnte es zu einer Verzögerung kommen. Die Firmen Bosch und Siemens haben erfolgreich gegen die Auftragsvergabe im Bereich Sicherheitstechnik an einen Mitbewerber geklagt. Wie ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur zufolge mitteilte, untersagt das Gericht dem Berliner Schloss/Humboldt-Forum, den Auftrag an den Konkurrenten zu vergeben.

Das Gericht hob damit eine Entscheidung der Vergabekammer des Bundes vom 20. Mai 2016 auf. Damit könnte möglicherweise eine neue Ausschreibung nötig werden. Einzelheiten zum Beschluss konnte der Gerichtssprecher zunächst nicht nennen. Die Entscheidung müsse den Beteiligten erst zugestellt werden.

Das Bundesbauministerium erklärte, die Prüfung und Bewertung des Urteils könne erst danach erfolgen. Im Juli hatte das Ministerium gesagt, nach bisheriger Erkenntnis gehe der Vorstand davon aus, dass die Eröffnung des Humboldt Forums wie vorgesehen Ende 2019 erfolgen könne.

Das damals in der DDR gelegene Stadtschloss wurde 1950 gesprengt. 2013 erfolgte die Grundsteinlegung zum Wiederaufbau. Im Schloss soll unter dem Namen Humboldt-Forum ein Ausstellungszentrum entstehen, in dem unter anderem mehr als 500.000 Artefakte gezeigt werden sollen, die bislang im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst lagern. Zudem soll eine Dependance des Berliner Stadtmuseums in das Gebäude einziehen, und die in der Nachbarschaft gelegene Humboldt-Universität wird Sammlungen und Fachbibliotheken in das Forum verlagern. In einem Veranstaltungszentrum soll ein Dialog der Weltkulturen stattfinden. Gründungsintendant ist der britische Kunsthistoriker Neil MacGregor, der bis 2015 Direktor des British Museum war.

(dpa/RP)
 
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