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Berlin
Berlinische Galerie feiert Beckmanns frühe Jahre

Berlin. Berlin ist um 1900 eine quirlige Großstadt, die München den Rang als neue Kunstmetropole Deutschlands streitig macht. 1904 bezieht Max Beckmann (1884-1950), 20 Jahre alt, hier sein erstes Atelier. Das erste in Berlin gemalte Bild, "Junge Männer am Meer", ist eine lustvolle Szene männlicher Akte. Sie wurde von der Kritik gewürdigt und brachte ihm ein Stipendium in Florenz ein. Im "Selbstbildnis Florenz" stellte er sich 1907 im Smoking mit Zigarette dar - eher ein Mann des Establishments als Bohemien. "Max Beckmann und Berlin" heißt die Schau, in der diese beiden wichtigen Gemälde bis Mitte Februar zu sehen sind. Damit würdigt die Berlinische Galerie erstmals seit 30 Jahren die Rolle der Stadt für das Leben und Wirken des Malers.

Zu sehen sind 50 Arbeiten aus den Jahren 1905 bis 1936 - eingebettet in Werke von Zeitgenossen. Der 1950 im New Yorker Exil verstorbene Maler kam nach Berlin in einer Zeit des Umbruchs. Die frühen Jahre des Malers, der später zu den Protagonisten der Moderne zählte, waren geprägt von Misserfolgen. Obwohl er als eines der Talente der Szene galt, spaltete er die Kritiker. Nur almählich stellten sich Erfolge ein. Mit Beispielen belegt die Ausstellung, dass Beckmann ein begabter Porträtist war. Spannend sind auch Gegenüberstellungen von Beckmann mit dem Maler Franz Marc.

Erst im Bild "Frauenbad" , einer Figurenkomposition mit verzerrten Perspektiven, wendet sich auch Beckmann 1909 vom Impressionismus ab und findet sich in der Neuen Sachlichkeit zurecht. Ein schönes Beispiel dafür ist das Selbstporträt, in dem er sich wie ein Zirkusdirektor mit Schal, Melone und Zigarre vor einem Vorhang malt.

(epd)
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