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Bonn
Bonner Beethovenhalle wird saniert

Bonn. Mehr als 60 Millionen Euro soll der Umbau des Konzerthauses kosten.

Noch einmal wird zurzeit der größte Sohn der Stadt an dem für solche Zwecke bedeutendsten Ort der Stadt gefeiert, und dann ist Schluss, zumindest vorerst. Denn wenn das jüngst eröffnete und am 9. Oktober mit dem Londoner Symphonieorchester zu Ende gehende Beethovenfest in der Bonner Beethovenhalle über die Bühne gegangen ist, macht das Konzerthaus dicht. Ende Oktober und bis Ende 2018 sollen der Betrieb eingestellt und die Halle saniert werden, die Mängelliste ist lang. Kosten soll der Umbau mehr als 60 Millionen Euro.

Vor allem das Dach der 1959 eröffneten Halle hält den Anforderungen offensichtlich nicht mehr stand: Seit neun Jahren werden Teile der Kupferblech-Konstruktion für die Besucher gut sichtbar von einer schwarzen Plane verdeckt. Das Provisorium sollte weiteren Schäden vorbeugen und verhindern, dass es in das Konzerthaus hineinregnet; auch die Flachdächer rund um die Halle sind, so ist zu hören, nicht mehr ganz wetterfest. Zudem müssen die beschädigten Fassaden aus Sandstein und Glasmosaik ausgebessert werden, und im Innern der Halle soll die Technik erneuert werden. Es ist einer der größten Posten in dem von der Stadt beschlossenen Sanierungspaket. 15 Millionen Euro soll die technische Aufrüstung kosten, die auch die Akustik in der Beethovenhalle verbessern soll.

Wie teuer die Erneuerung der denkmalgeschützten Halle tatsächlich wird, ist bislang ungewiss. 62,5 Millionen Euro brutto wurden Anfang April veranschlagt, "plus/minus 20 Prozent", teilte die Stadt damals mit. Mitte August gaben die Planer indes an: Der Umbau verteuere sich um weitere 5,5 Millionen Euro. Unter anderem, weil aus Asbestzement bestehende Lüftungsstränge entdeckt wurden. Das macht weitere Sanierungsarbeiten nötig.

Die Kosten trägt größtenteils die Stadt, neben kleineren Sponsoren wie der Stiftung Denkmalschutz und dem Förderverein "Pro Beethovenhalle" wird die Sparkasse Köln/Bonn die Sanierung mit fünf Millionen Euro unterstützen. Das Geld soll in den Umbau des "Studios" fließen, einem Tagungssaal für knapp 500 Besucher an der Südseite der Halle. Der Saal soll um mehrere Meter abgesenkt und mit eigenem Foyer vom Haupthaus getrennt werden. Zudem soll das "Studio" ab 2018 die Probebühne des Beethovenorchesters beherbergen.

Die Spende kann das Kreditinstitut locker machen, weil es das Geld an anderer Stelle einspart. Denn ursprünglich wollte die Sparkasse den Neubau eines Festspielhauses unterstützten, das pünktlich zur Feier des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven 2020 eröffnet werden sollte. Auch der Abriss der Beethovenhalle war dafür im Gespräch. Das Projekt allerdings scheiterte, weil die Deutsche Post als Förderer ausstieg. Darum ist nun die bald 70 Jahre alte Beethovenhalle als Hauptspielstätte im Jubiläumsjahr vorgesehen. Verzögern dürfen sich die Arbeiten darum nicht.

Quelle: RP
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