Andreas Schmid: Glamour, Geld und gute Nerven!
zuletzt aktualisiert: 24.02.2005 - 11:06Andreas Schmid versucht in seinem Buch "Glamour, Geld und gute Nerven!" Antworten auf schwierige Fragen zu geben. Fragen wie: Warum muss eigentlich dieser ganze Glamour in der Filmbranche sein? Wie werden Stars zu Stars? Wie entstehen Filme? Der Produzent erklärt die komplexen Abläufe des Filmgeschäftes auf unterhaltsame, manches Mal allerdings auch zu platte Art.
Detailliert beschreibt Schmid, der Vorstandsvorsitzender einer der weltgrößten Filmproduzenten ist (VIP Medienfonds), den Weg vom Drehbuch über die Finanzierung, die Produktionsvorbereitungen, die Dreharbeiten bis hin zum Kinostart. In einzelnen Kapiteln werden die Aufgaben von Produzenten, Regisseuren, Filmverleihen, Casting Direktoren und Location Managern erklärt. Auch wie Filmschnitt oder die Zweit- und Drittverwertung eines Filmes funktionieren, wird erläutert.
Um das alles zu illustrieren, berichten Experten von ihren Erfahrungen. Der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich erzählt beispielsweise davon, wie das Drehbuch zu "Stargate" zunächst überall abgelehnt wurde. Ralf Möller schildert einen Feuer-Stunt, bei dem er sich verbrannte.
Interessant sind vor allem Insider-Blicke hinter die Kulissen Hollywoods. Hier gilt eine von einem Journalisten in den 80er Jahren entworfene Liste, nach der die Schauspieler in die "Verkaufsklassen A, B, C und D" eingeteilt wurden, als Gradmesser für den Transfermarkt der Agenten. Die Filme der Stars verkommen so mehr und mehr zu Anhängseln, da sie - falls ein Star der A-Klasse mitwirkt - sogar ungesehen gekauft werden. Nichtsdestoweniger - der Glamour muss sein. Je mehr, desto leichter ist es, den Film zu vermarkten.
"Das Drehbuch ist die Bibel"
Schmid erklärt auch, wie Filme finanziert werden, wie sowohl der nationale als auch der internationale Markt bedient werden müssen. Dass der wirtschaftliche Erfolg eines Films sich nicht nur aus den Einspielergebnissen im Kino bestimmt. Dass das Risiko eines Filmes abgesichert werden muss, vor allem durch die kostenbewusste Planung, aber auch durch Bibliotheksverkauf.
Unfreiwillig komisch wirken allerdings so manches Mal die einleitenden, pathetischen Erläuterungen: "Das Drehbuch ist die Bibel einer jeden Filmproduktion", heißt es an einer Stelle, an einer anderen: "Zum Produzenten wird man nicht geboren, zum Produzenten wächst man heran" und dann: "Der Regisseur ist der Magier des Films." Der wissenschaftliche Anstrich des Buchs mit seinen streng durchnummerierten Kapiteln und Unterkapiteln ist unangemessen.
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