kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Buch-Kritik: Antonio Munoz Molina: Sepharad

VON MIRJAM HECKING - zuletzt aktualisiert: 20.01.2005 - 11:05

Flucht und Vertreibung in vielschichtiger Form. Als Symbol für dieses Schicksal tauchen in Antonio Munoz Molinas Roman immer wieder Züge auf. Mal sind es Nachtzüge, mal verplombte Waggons auf dem Weg ins Konzentrationslager, mal Züge, deren Ziel ein Straflager in Russland ist.

"Sepharad" von Antonio Munoz Molina.  Foto: Rowohlt
"Sepharad" von Antonio Munoz Molina. Foto: Rowohlt

"Die lange Nacht Europas ist durchzogen von endlosen finsteren Zügen von Güter und Viehwaggons, die langsam nach Osten rollen, winterlichen Steppen entgegen, voller Schnee oder Schlamm, von Stacheldraht und Wachtürmen begrenzt", heißt es denn auch zu Beginn des Romans.

Und von dieser Nacht der Vertreibung, Verfolgung und Flucht im 20. Jahrhundert erzählt "Sepharad". Eine einheitliche Handlung gibt es dabei nicht. Das Buch ist vielmehr ein Stimmengewirr, ein "Roman voller Romane", wie der Untertitel es treffend bezeichnet, ein Konstrukt sich überschneidender Geschichten und Erlebnisse und locker ineinander greifenden Bruchstücke. Sie alle erzählen von Vertreibung, Flucht und Verlorenheit in wahren und fiktiven Episoden - beispielsweise während der Judenverfolgung durch die Nazis oder dem stalinistischen Terror.

"Sepharad" ist der hebräische Name für Spanien, das westliche Ende der bekannten alttestamentarischen Welt, Fluchtpunkt für zahlreiche Juden nach der Vertreibung aus dem Heiligen Land.

Die Personen, die in den Geschichten vorkommen, sind teils real, teils erfunden. So erzählt "Sepharad" von der Zugfahrt Primo Levis ins Konzentrationslager, von den Ängsten Victor Klemperers, den Erinnerungen von Milena Jesenska an ihren Geliebten Franz Kafka und an dessen Geschichten. Er erzählt von Auschwitz, von Ravensbrück und von der Flucht vor Stalin und Hitler.

Leicht zu lesen ist "Sepharad" nicht. Zwar sind die Personen und Situationen gekonnt gezeichnet, und auch der Erzählstil ist eindringlich und fesselnd. Auf Grund der Vielzahl der ineinander greifenden Geschichten und häufigen Perspektivwechsel kann jedoch öfter das Gefühl der Verlorenheit aufkommen. Aber vielleicht ist ja gerade das gewollt.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Roman Lob ist wieder daheim

Nach dem Eurovision Song Contest

Roman Lob ist wieder daheim

Nachdem er einen respektablen achten Platz beim ESC in Baku eingeheimst hat, ist Roman Lob wieder in Deutschland. mehr 

Faszinierende Traumbilder aus Feuer und Farbe

Feuerfest in Kiew

Faszinierende Traumbilder aus Feuer

Das Feuerfest in Kiew ist ein Festival der visuellen Extraklasse. mehr 

mehr Kultur
Aus der Region

Nach dem Eurovision Song Contest

Roman Lob ist wieder daheim

"Die weiße Wut" - das Buch zur Tea Party

Ein Bild Amerikas zum Fürchten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Sehenswerte Bildbände

US-Fotograf Michael Thompson

Aufregend, exzentrisch, faszinierend

Der weltweit gefeierte amerikanische Fotograf Michael Thompson gewährt dem Betrachter in seinem Bildband "Portraits" enthüllende Einblicke in das Leben von Berühmtheiten wie Julia Roberts, Cate Blanchett, Natalie Portman, Sting, Sean Combs, Rihanna ... mehr

 

Die Welt des Fotografen Petr Lovigin

Gummitiere und melancholische Schweine

Wo Badenixen fortgeschrittenen Alters sich eine verbissene Schlacht mit aufblasbaren Gummitieren liefern, wo ein Metzger und sein frisch geschlachtetes Schwein sich einträchtig der Melancholie hingeben, hier ist man angekommen in der magischen Welt ... mehr

 

"New York Times Magazine"

30 Jahre Spitzenfotografie

Seit über dreißig Jahren arbeitet das "New York Times Magazine" mit führenden Fotografen zusammen, erteilt ihnen Aufträge, animiert sie, die gewohnten Pfade zu verlassen und kreative, denkwürdige Bilder zu schaffen. Ein Bildband zeigt jetzt die ... mehr

Top-Services
Mehr Nachrichten Kultur Buch

"Die weiße Wut" - ein Buch über die Tea Party

Ein Bild Amerikas zum Fürchten

Die Journalistin Eva C. Schweitzer hat sich intensiv mit Amerikas Neuer Rechter, der Tea Party auseinandergesetzt. In ihrem Buch beschreibt sie kenntnisreich, welche Auswüchse das Denken vieler Amerikaner angenommen hat. Von Philipp Stempel  mehr

 
 
 

Northstar heiratet Kyle Jinadu

Erste Schwulen-Ehe in "X-Men"-Comic

 

Iranerin veröffentlicht Buch über ihr Schicksal

Neda Soltani – verwechselt mit einer Toten

 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind ..
mehr 
ESC-Kandidat Roman Lob ist zurück aus Baku
ESC-Kandidat Roman Lob ist zurück aus Baku
Nach dem Eurovision Song Contest in Aserbaidschan ist der deutsche Tei ..
mehr 
Karneval der Kulturen in Berlin
Karneval der Kulturen in Berlin
Wenn Berlin zum Karneval der Kulturen lädt ..
mehr 
Zauberhafte Eindrücke vom Feuerfest in Kiew
Zauberhafte Eindrücke vom Feuerfest in Kiew
Beim Feuerfest in Kiew erschaffen die Akrobaten ..
mehr 
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten
Wie schon Lena vor ihm überzeugte Roman Lob ..
mehr 
ESC 2012: Die zauberhaften Momente der Künstler
ESC 2012: Die zauberhaften Momente der Künstler
Der Eurovision Song Contest 2012 wurde von den ..
mehr 
Eindrücke vom Wave-Gotik-Festival in Leipzig
Eindrücke vom Wave-Gotik-Festival in Leipzig
Das Wave-Gotik-Festival in Leipzig ist ein ..
mehr