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Strafzahlungen angedroht
Brasilianisches Gericht verbietet Hitlers "Mein Kampf"

Brasilianisches Gericht verbietet Adolf Hitlers "Mein Kampf"
"Hitler, Mein Kampf - Eine kritische Edition" heißt die kommentierte Edition, die in Deutschland zu haben ist. FOTO: dpa
Sao Paulo. In Deutschland ist seit Januar die kommentierte Neuauflage von Adolf Hitlers "Mein Kampf" erhältlich. In Brasilien dagegen hat ein Gericht nun den Verkauf zweier Neuauflagen untersagt. 

Das Gericht im Bundesstaat Rio de Janeiro begründete die Entscheidung damit, dass das Buch Rassismus propagiere, wie lokale Medien berichteten. Die Verlage wollen gegen das Urteil angehen.

Die bereits ausgelieferten Exemplare seien aus dem Verkauf zu nehmen, so das Gericht. Einer der beiden betroffenen Verlage hatte mit der Auslieferung vor wenigen Tagen begonnen, der zweite plante sie für März. Neben dem Verkauf wurde auch die Bewerbung sowie die Ausstellung der Bücher untersagt. Bei Nichtbefolgen drohen Strafzahlungen von umgerechnet 1100 Euro pro verkauftem oder beworbenen Exemplar.

In den vergangenen Jahrzehnten hatten kleine Buchverlage in Brasilien "Mein Kampf" verlegt. Exemplare waren teilweise im normalen Buchhandel erhältlich und zudem als digitale Versionen auf Portugiesisch aus dem Internet herunterzuladen.

Dennoch führte das Auslaufen des Urheberrechts Ende Dezember auch in Brasilien zu Diskussionen über eine neue Verbreitung der Nazi-Propagandaschrift. Anfang Januar riefen Intellektuelle und Anwälte zu einem Boykott auf.

Für besondere Kritik sorgte das Buchcover der für März geplanten Neuauflage. Es zeigt Hitler in martialischer Pose, der Titel ist in Frakturschrift gestaltet. Zwar betonte der Verlag, es handele sich um eine kommentierte Fassung; diese basiert jedoch auf einer US-amerikanischen Auflage aus dem Jahr 1939, als viele von den Nazis bis 1945 begangene Gräueltaten nicht bekannt waren.

(das/KNA)
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