Leipzig: Buchmesse schließt mit Besucherrekord
zuletzt aktualisiert: 19.03.2006 - 15:57Leipzig (rpo). Die Leipziger Buchmesse ist am Wochenende mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. 126.000 Bücherfreunde ließen sich von den Ausstellern und den Begleitveranstaltungen anlocken, teilte die Messegesellschaft am Sonntag mit. Besonders für die jungen Verlage sei die Messe ein echter Erfolg gewesen.
Äußerst zufrieden zeigte sich Messechef Wolfgang Marzin nicht nur über die um 17 Prozent gestiegene Besucherzahl. "Mittlerweile besucht der Fachhandel aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland die Buchmesse, deren wirtschaftliche Bedeutung für die Branche damit natürlich auch steigt", sagte Marzin. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, beurteilte die Buchmesse ebenfalls als vollen Erfolg: "Leipzig wächst, Leipzig hat Erfolg, vor allem aber ist es als Messe unverwechselbar geworden: unverwechselbar in seinem Verhältnis zu den Büchern und den Menschen."
Auch der größte Teil der 2.162 Aussteller aus 36 Ländern war mit der diesjährigen Leipziger Buchmesse vollauf zufrieden. Laut Befragung sahen 90 Prozent der Aussteller ihre Erwartungen in die Messe erfüllt und wollen im nächsten Jahr auf alle Fälle wiederkommen. Vor allem den Zuwachs an Fachbesuchern registrierte der Geschäftsführer der Verlagsgruppe Suhrkamp, Philip Roeder, mit Zufriedenheit: "Alle wichtigen Buchhändler waren da, und wir führten sehr effektive Arbeitsgespräche."
Ein positives Fazit zogen auch die Macher der "Leseinsel Junge Verlage", bei der sich elf unabhängige Verlage erstmals gemeinsam präsentierten. Frank Niederländer von Tisch 7 nannte die "Leseinsel Junger Verlage" einen "Riesenerfolg". Sehr zufrieden zeigte sich unter anderem die Pressesprecherin des Diogenes Verlages, Ruth Geiger, die besonders von "Leipzig liest" angetan war. "Jeder Autor findet hier sein interessiertes Publikum", sagte sie über das größte europäische Lesefest, das die Messe begleitete. Dabei standen 1.800 Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Mitwirkenden standen auf dem Programm und fanden zehntausende Zuhörer.
Zum dritten Mal hieß es in diesem Jahr nicht nur "Leipzig liest" sondern auch "Leipzig hört". Bei den Hörbuchnächten in der alten Handelsbörse lasen Prominente wie die Tatortkommissare Sabine Postel und Andrea Sawatzki.
Preis der Leipziger Buchmesse
Den zum zweiten Mal vergebenen "Preis der Leipziger Buchmesse" erhielten in der Kategorie Belletristik Ilija Trojanow ("Der Weltensammler"), in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Franz Schuh ("Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche") und in der Kategorie Übersetzung Ragni Maria Gschwend (für die Übersetzung von Antonio Morescos "Aufbrüche"). Juryvorsitzender Martin Lüdke vom Südwestrundfunk zeigte sich davon überzeugt, dass der Preis "sich endgültig in Deutschland etabliert" hat.
Parallel zur Buchmesse fand in Leipzig die Antiquariatsmesse statt. 82 Aussteller aus acht Ländern präsentierten Werke aus 500 Jahren Buchdruckkunst. "Die Antiquariatsmesse hat dieses Jahr einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht", sagte Veranstalter Detlef Thursch. Der Umsatz sei in diesem Jahr so hoch wie noch nie gewesen.
2007 findet die Leipziger Buchmesse vom 22. bis 25. März statt.
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