Buch des früheren US-Präsidenten ab Dienstag in Amerika erhältlich: Clinton wirbt mit Lewinsky-Affäre für Autobiografie
zuletzt aktualisiert: 21.06.2004 - 10:58Hamburg (rpo). Am Dienstag ist es nun soweit: Dann erscheint die Autobiografie "My Life" des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in Amerika. Auszüge wurden nun in mehreren Medien veröffentlicht. Clinton schreibst in seinem Buch auch seine Affären und die Aussöhnung mit seiner Frau Hillary.
Einen ungewöhnlich offenen Einblick in sein Seelenleben gewährt der frühere US-Präsident Bill Clinton in seinen Memoiren, die das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" von dieser Woche an in Auszügen abdruckt. Das Aufwachsen mit einem alkoholkranken Stiefvater, klagt Clinton, habe dazu geführt, dass er "parallele Leben" führe, unerschütterlichen Optimismus nach außen verbreite, nach innen aber mit Schwierigkeiten ringe, über die er in der Vergangenheit mit niemandem sprechen konnte. Ausführlich schildere Clinton auch den Versuch, nach seiner Affäre mit Monica Lewinsky mit Frau und Tochter wieder ins Reine zu kommen, heißt es in dem Bericht.
In seinen Erinnerungen, die in Deutschland ab 8. Juli auch in Buchform erhältlich sind, bekundet Clinton Reue über seinen Fehltritt, den er zutiefst verabscheue: "Was ich mit Monica Lewinsky getan habe, war unmoralisch und dumm." Auch mit der Nachtclubsängerin Gennifer Flowers habe er ein Verhältnis gehabt, "das ich nicht hätte haben sollen", schreibt Clinton. Dagegen dementiert der Ex-Präsident die Vorwürfe der Behördenangestellten Paula Jones, Clinton habe sie sexuell belästigt.
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat angesichts seiner Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky selbst "Abscheu" verspürt. Er habe die Beziehung, die er selbst als "verrrückt und unmoralisch" angesehen habe, nach einigen Monaten beendet, schreibt der 54-Jährige in seiner Autobiografie, von der die Zeitung "New York Times" am Samstag Auszüge veröffentlichte. Als er seiner Frau Hillary die Affäre im August 1998 beichtete, sei dies "ein Schlag in die Magengrube" gewesen. Es seiner Tochter Chelsea zu erzählen, sei noch schwieriger gewesen.
Während dieser Zeit habe er zunächst auf einem Sofa im Weißen Haus übernachtet; später habe er ein Ferienhaus gemietet, schreibt Clinton. Die ganze Zeit über habe er Angst gehabt, nicht nur seine Ehe zu zerstören, sondern auch die Liebe seines einzigen Kindes zu verlieren. Der Sex-Skandal habe ihn gedemütigt. Geholfen habe schließlich, dass er in dem Amtsenthebungsverfahren freigesprochen wurde. Dies sowie eine einjährige, intensive Paartherapie habe ihm ein Gefühl von Freiheit gegeben.
Am Sonntag wollte der US-Fernsehsender CBS ein Interview mit dem Ex-Präsidenten ausstrahlen. Auszüge des Gesprächs waren bereits am Donnerstag veröffentlicht worden. Clintons Memoiren erscheinen in einer Erstauflage von 1,5 Millionen Exemplaren und gelten als sicherer Bestseller.
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