Boxer Darius Michalczewski stellt Biografie vor: Der "Tiger" packt aus
zuletzt aktualisiert: 05.05.2004 - 15:41Hamburg (rpo). Und die nächste Biografie eines Sportlers liegt vor. Nach Boris Becker und Stefan Effenberg folgt nun der Boxer Darius Michalczewski. Er präsentierte am Mittwoch in Hamburg sein Buch mit dem Titel "Stärker als die Angst" - genau an seinem 36. Geburtstag.
"Stärker als die Angst" ist nicht der Buch-Titel, sondern ein wichtiges Motto im Leben des Vorzeige-Athleten. Denn er habe oft seine eigene Angst überwinden müssen, um den Weg ganz nach oben zu gehen, gesteht er. Die reißerischen Vorab-Veröffentlichungen in den Boulevard-Medien kommentiert der eloquente Box-Star mit einem "Lesen Sie das ganze Buch, dann bekommen Sie ein anderes Bild".
"Mit diesem Buch will ich vor allem jungen Leuten zeigen, dass man es schaffen kann, aus dem Nichts ganz nach oben zu kommen", sagt der in Danzig geborene Michalczewski. In seinem Leben habe es viele Momente gegeben, in denen er die Angst bekämpft habe, um sich selbst diesen Traum zu erfüllen. So zum Beispiel, als er in den 80er Jahren ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kam. "Damals habe ich auf dem Bau gearbeitet, obwohl ich in Polen schon Boxmeister war", sagt er.
In der von dem Journalisten Klaus Lange verfassten Biografie berichtet der "Tiger", wie sein Kampfname lautet, von seinen beruflichen Erfolgen und Niederlagen ebenso wie von seinen persönlichen Familiendramen. "Ich habe mich nicht ganz ausgezogen, aber ich habe alles gegeben", sagt Michalczewski.
Er gilt als einer der erfolgreichsten Fighter aller Zeiten. 23 Mal verteidigte er seinen Titel als WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht, in 48 Kämpfen hintereinander blieb er unbesiegt. 1991 erreichte seine Boxkarriere einen ersten Höhepunkt, als er die Europameisterschaft im Halbschwergewicht errang. 1994 wurde er WBO-Weltmeister. Im Oktober 2003 verlor er nach neun Jahren zum ersten Mal einen Weltmeisterschaftskampf.
"Ich will es noch einmal wissen und trete in diesem Sommer wieder an - nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder als Herausforderer", sagt Michalczewski. Doch auch für die Zeit nach seiner Karriere weiß er schon Genaues über seine Aufgaben. "Ich werde junge Talente fördern und auch weiterhin mit Jugendlichen arbeiten."
"Mehr als eine weitere Sportlerbiografie"
Auf sich aufmerksam machte der "Tiger" in den vergangenen Jahren auch immer wieder durch sein soziales Engagement. So gründete er 2003 die Stiftung "Gleiche Chancen", die sich um die Kriminalitätsprävention bei jungen Leuten kümmert. Auch in Hamburg, seiner zweiten Heimat und Trainingsstätte, arbeitete Michalczewski immer wieder mit straffällig gewordenen Jugendlichen und erteilte ihnen Sportunterricht. In seiner Heimatstadt Danzig ist er mittlerweile ein erfolgreicher Geschäftsmann.
Für den Verlag Hoffmann und Campe, der Michalczewskis Buch verlegte, ist dies mehr als "eine weitere Sportlerbiografie". "Das Buch schildert auch die Psychologie des Kampfes und das gesamte Spektrum des Dariusz Michalczewski, der intelligent, freundlich, lebensfroh, sozial engagiert und künstlerisch begabt ist", sagt Rainer Moritz, Programmleiter des Verlags.
Im Training ist der "Tiger" für seinen nächsten Kampf noch nicht. "Das wird jetzt bald beginnen, ich werde einen Plan mit Trainer Fritz Sdunek erarbeiten", sagt er. Und so wird er an seinem Geburtstag noch reichlich von der üppigen Tiger-Geburtstagstorte naschen dürfen, die ihm der Verlag spendierte.
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