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Buchrezension "Betriebsdesaster"
Ein Ratgeber zum Misserfolg

Zehn Tipps aus dem Buch "Betriebsdesaster"
Zehn Tipps aus dem Buch "Betriebsdesaster" FOTO: pr
Düsseldorf. Mit seinem Buch "Betriebsdesaster" liefert der österreichische Autor und Wirtschaftskabarettist Christian A. Pongratz eine Anleitung zum Untergang eines Unternehmens. Ein Buch zum Schmunzeln – nicht nur für Führungskräfte. Von Dana Schülbe

Wie führe ich ein Unternehmen? Wie rekrutiere ich geeignete Mitarbeiter? Ratgeber zu diesen Themen gibt es viele. Oft wirken sie trocken und ermüden den einen oder anderen Leser. Bei "Betriebsdesaster" ist das anders. Denn der Autor Christian A. Pongratz will gar keine Anleitung zum perfekten Unternehmen geben – zumindest nicht auf den ersten Blick.

"Der 'Unternehmer des Jahres' ist von gestern, heute ist der 'Meister des Betriebsdesasters' angesagt." Mit diesen Worten leitet Pogratz sein Buch ein, dass er als eine Art Lehrbuch ansieht für Führungskräfte und solche, die es noch werden wollen. Auf 160 Seiten widmet er sich den wichtigsten Teilen eines Unternehmens, angefangen von den Mitarbeitern bis hin zum Vertrieb.

Und das durch Übertreibung und eine gewisse Portion Ironie. Schritt für Schritt erläutert er, wie man ein Unternehmen den Bach heruntergehen lässt. So heißt es etwa im Kapitel "Humandesaster": "Jeder 'Könner' in ihrem Unternehmen ist ein Giftpfeil zu viel im Kampf um den Untergang." An anderer Stelle schreibt er: "Behandeln sie ihre Mitarbeiter wie Sondermüll."

Für ein pöbelhaftes Auftreten

Im Kapitel "Vertriebsdesaster" wiederum proklamiert Pongratz: "Der Nullumsatz ist 'der Turm in der Schlacht' um das Betriebsdesaster." Sympathie sei fehl am Platz, was zählt für einen Vertriebsmitarbeiter sei pöbelhaftes und unbeholfenes Auftreten. Kundenbestellungen sollten ignoriert werden oder fehlerhafte Produkte geliefert werden.

Pongratz kehrt jeden Rat, wie man ein Unternehmen erfolgreich führt, ins Gegenteil. Oft sind es kleine Details, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Denn schnell erkennt dieser den einen oder anderen Makel im eigenen Unternehmen wieder. "Paradox lässt sich für mich vieles leichter und einprägsamer beschreiben", erklärte der Autor gegenüber unserer Redaktion. Er selbst als Selbstständiger komme manchmal nicht mehr aus dem Staunen heraus, was sich in einem Unternehmen abspiele.

Und genau an diesem Punkt will er ansetzen. "Ich wünsche den Lesern des 'Betriebsdesasters', dass es ihnen leichter gelingt, Ungereimtheiten im Unternehmen als solche zu erkennen", sagt Pongratz. Das gelingt ihm gerade deshalb, weil er Ratschläge für den Misserfolg und nicht für den Erfolg gibt. Das "Betriebsdesaster" ist sicherlich keine Anleitung, wie man einen Betrieb perfekt führt, aber es führt einem vor Augen, wo die kleinen Stolperfallen des Unternehmertums liegen – und das auf unterhaltsame, kurzweilige Art und Weise.

(das)
 
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