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Das ist der Preis für den Preis: Elfriede Jelinek möchte nur noch "verschwinden"

zuletzt aktualisiert: 07.10.2004 - 18:11

Wien (rpo). Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek möchte sich am liebsten verstecken und verschwinden. Telefon und Türklingel läuten ununterbrochen. "Ich kann diese Aufmerksamkeit nicht ertragen", sagt sie. Das ist der Preis für den Preis.

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek möchte sich am liebsten verstecken und verschwinden.  Foto: RPO
Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek möchte sich am liebsten verstecken und verschwinden. Foto: RPO

Die Schriftstellerin geht an diesem Donnerstag in ihrem Haus in einem Wiener Vorort geduldig mit der Phalanx der Gratulanten, Verleger und Journalisten um, drückt aber auch die Sorge aus, dass der Gewinn des wichtigsten Literaturpreises der Welt ihren zurückgezogenen Lebensstil gefährden könnte, den sie in den letzten Jahren gepflegt habe.

"Ich kann diese Aufmerksamkeit nicht ertragen, die dieser Preis mit sich bringt", sagt die 57-Jährige im AP-Gespräch. "Auf der einen Seite ist es eine Ehre und ich bin glücklich", erklärt sie. "Auf der anderen Seite fürchte ich, dass mein ruhiges Leben in Gefahr ist."

Zur Preisverleihung am 10. Dezember werde sie nicht nach Stockholm reisen. "Ich bin nicht in der mentalen Form, um solche Zeremonien durchzustehen: Ich leide leider unter einer Sozialphobie."

Die Verleihung des Literaturnobelpreises sei für sie aber auf jeden Fall die "höchste Ehre". Und sie denke auch, dass ihr Werk der im Testament Alfred Nobels festgelegten Kriterien gerecht werde. "Wenn ich schreibe, habe ich immer versucht, auf der Seite der Schwachen zu stehen. Die Seite der Mächtigen ist nicht die der Literatur." Ihr Verhältnis zu ihrem Heimatland Österreich bezeichnete sie als zwiespältig. "Ich liebe Wien und ein paar Orte, aber ich empfinde keinen Patriotismus für dieses Land." Das Preisgeld von rund 1,1 Millionen Euro gebe ihr "Frieden zu arbeiten". "Der größte Luxus ist einfach, zu schreiben, was man schreiben will", sagte Jelinek.

Quelle: ap

 
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