Roman: Frank Schätzing: Der Schwarm
VON STEPHAN BÜLLESBACH; RP-REDAKTION HÜCKEWAGEN - zuletzt aktualisiert: 18.08.2005 - 05:00Von Physik blieb mir nur die Trägheit der Masse in Erinnerung, Chemie reduzierte sich auf H20, und mein rudimentäres Wissen in Biologie machte höchstens einem Sextaner Konkurrenz. Alles Schnee vom Winter. Da las ich nämlich "Den Schwarm" von Frank Schätzing. Beziehungsweise: Ich verschlang die 998 Seiten dieses Naturthrillers.
Kein Tag, an dem ich diesen dicken, fast schon unhandlichen Brocken von Buch nicht in die Hand nahm. Selbst morgens, vor dem Joggen, musste ich unbedingt noch zehn, 20 Seiten lesen. Unglaublich, hatte ich so etwas doch selbst bei meinen Lieblingsautoren Henning Mankell, Jacques Berndorf und Karl May in dieser Form nie erlebt, auch nicht eine Seite dieser fast 1.000 an der Zahl war langweilig. Selbst als es um Neuronen, Einzeller, Bakterien, Methan, Seewespen oder Portugiesischen Galeeren (beides Quallenarten) ging, versank ich immer mehr in Schätzings Endzeitatmosphäre. Dabei hatte ich bis dato an diesem naturwissenschaftlichen Schnickschnack so viel Interesse wie ein Känguru am Eierlaufen.
Überall auf der Welt, so scheint es, lehnt sich die Natur des Meeres gegen den Menschen auf, der die Erde vergiftet. Am Ende steht eine wahrhaft apokalyptische Explosion. Ob's Hoffnung gibt für Mensch und Natur? Auf Seite 998 steht die Auflösung. Bis dahin bietet dieser Thriller der Sonderklasse eine grandiose Nachhilfe für naturwissenschaftliche Ignoranten wie mich.
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