"Mein Iran": Friedensnobelpreisträgerin Ebadi stellt Autobiografie vor
zuletzt aktualisiert: 19.04.2006 - 14:19Berlin (rpo). Im aktuellen Iran-Konflikt hat ihre Stimme mehr Gewicht als ohnehin schon: Die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi hat ihre Lebenserinnerungen verfasst und das Buch "Mein Iran" am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Dabei kommentierte sie auch die angespannte Lage zwischen dem Iran und den USA.
Das Buch "Mein Iran. Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung" erscheint am 2. Mai in Deutschland sowie in elf weiteren Ländern. "Neben meiner eigenen Geschichte von der Geburt bis zur Verleihung des Nobelpreises will ich auch ein Bild von den Geschehnissen im Iran vom Sturz des Ministerpräsidenten Mohammad Mossadeq bis zur islamischen Revolution vermitteln", sagte Ebadi am Mittwoch in Berlin. Die 58-jährige Juristin strebt keine politische Laufbahn in ihrem Land an. "Ich bin Menschenrechtsaktivistin und will das bis zum Ende meines Lebens bleiben", betonte sie.
Ebadi wurde 1947 im Iran als Tochter einer Familie der Mittelschicht geboren. 1975 wurde sie nach ihrem Jurastudium als erste Frau im Iran zur Richterin an das Teheraner Gericht berufen und übernahm bald dessen Vorsitz. "Diesen Beruf, den ich liebte, habe ich zu Beginn der islamischen Revolution 1979 verloren, weil ich eine Frau bin", sagte Ebadi. Seitdem arbeitet sie als Anwältin und als Dozentin an der Universität Teheran. 1994 gründete sie die Vereinigung zum Schutz der Kinder im Iran, 1996 wurde sie von der internationalen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geehrt. 2003 erhielt sie den Friedensnobelpreis.
Das besondere Engagement der Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern gilt den Rechten von Frauen und Kindern. "In meinem Land will ich vor allem die Gleichberechtigung von Mann und Frau erreichen", sagte sie. Das Zeugnis von zwei Frauen gelte in ihrem Land immer noch so viel wie das von einem Mann.
Die derzeit angespannte Lage zwischen dem Iran und den USA sieht Ebadi mit Sorge. "Doch trotz aller Kritik, die ich selber an der Regierung übe, könnte ich es nicht akzeptieren, dass auch nur ein einziger amerikanischer Soldat den Fuß auf iranischen Boden setzt", betonte die Nobelpreisträgerin. Ein Verlassen ihres Landes käme für sie trotz aller Probleme dort nie in Frage.
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