Deutscher Buchhandel: Friedenspreis geht an Orhan Pamuk
zuletzt aktualisiert: 22.06.2005 - 11:26Frankfurt/Main (rpo). Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Pamuk sei einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründe, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt am Main mit.
In der Begründung des Stiftungsrats heißt es, Pamuk greife unerschrocken die brennende Gegenwart auf, trete für Menschen- und Minderheitenrechte ein und beziehe immer wieder Stellung zu den politischen Problemen seines Landes. Außerdem gehe er wie kein anderer Dichter unserer Zeit den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen nach, einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründe.
Orhan Pamuk habe ein Werk geschaffen, in dem Europa und die muslimische Türkei zusammenfänden. In seinen Romanen "Die weiße Festung", "Rot ist mein Name" oder "Schnee" verbinde er orientalische Erzähltraditionen mit den Stilelementen der westlichen Moderne und entwickele Bilder und Begriffe, "die unsere Gesellschaft in einem nicht eng verstandenen Europa gebrauchen wird".
Orhan Pamuk wurde am 7. Juni 1952 in Istanbul geboren und gilt als einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller der jüngeren türkischen Generation. Seine Werke wurden bislang in 34 Sprachen übersetzt und in über 100 Ländern veröffentlicht.
Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 23. Oktober, in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert.
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