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Literaturnobelpreisträger
Günter Grass ist tot

Was Sie über Günter Grass wissen sollten
Was Sie über Günter Grass wissen sollten FOTO: afp, bb
Lübeck. Günter Grass ist tot. Der Literaturnobelpreisträger starb am Montag im Alter von 87 Jahren in Lübeck. Das teilte der Steidl Verlag in Göttingen mit. Grass zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart.

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Er studierte Bildhauerei, zunächst an der Düsseldorfer Kunstakademie, dann an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Ab 1955 nahm er regelmäßig an den Tagungen der Gruppe 47 teil.

1956 erschien sein erstes Buch, der Gedichtband "Die Vorzüge der Windhühner". Mit dem Roman "Die Blechtrommel" wurde er 1959 schlagartig berühmt: Neben weiteren großen Romanen ("Hundejahre", "örtlich betäubt", "Der Butt", "Die Rättin" und "Ein weites Feld") entstehen Gedichtbände ("Gleisdreieck", "Ausgefragt", "Letzte Tänze" u.a.), Kurzprosa, Theaterspiele, Essays, Novellen ("Katz und Maus", "Im Krebsgang"), Erzählungen ("Das Treffen in Telgte", "Unkenrufe", "Aus dem Tagebuch einer Schnecke", "Kopfgeburten" oder die "Deutschen sterben aus" und "Mein Jahrhundert") sowie autobiografische Werke ("Beim Häuten der Zwiebel", "Die Box", "Grimms Wörter").

Günter Grass bei seinem letzten großen Auftritt FOTO: dpa, ahe tba

Außerdem war Grass als Zeichner, Grafiker und Bildhauer tätig, viele Bücher mit seinem bildkünstlerischen Werk sind seit 1986 erschienen. Aus den zahlreichen Auszeichnungen, mit denen Grass geehrt wurde, ragt der Nobelpreis für Literatur 1999 hervor.

Zeitlebens schaltete sich Grass in gesellschaftspolitische Debatten ein. So unterstützte er Willy Brandts Aussöhnungspolitik mit Polen und machte Wahlkampf für die SPD. Grass löste heftige Kontroversen aus, zuletzt 2012 wegen eines Israel-kritischen Gedichts.

So reagieren Politik und Gesellschaft auf den Tod von Günter Grass

Zuletzt zeigte sich der Literat in einem Interview besorgt um Papst Franziskus. "Ich bin zwar kein gläubiger Mensch, aber ich mache mir Sorgen, ob er am Leben bleibt", sagte Grass Mitte März unserer Redaktion.

"Es wäre nicht der erste Fall dieser Art in der katholischen Kirche", so der Autor. Mit der Kurie habe Franziskus "noch viel zu tun", meinte Grass. "Der verbreitet frische Luft."

Hier lesen Sie das gesamte Interview vom 16. März 2015.

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