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Krimi-Autor
Schriftsteller Henning Mankell ist tot

Erinnerungen an Henning Mankell
Erinnerungen an Henning Mankell FOTO: dpa, bsc soe
München. Der schwedische Krimischriftsteller Henning Mankell ist tot. Der Autor starb im Alter von 67 Jahren, wie der Hanser Verlag in München mitteilte. Mankell war rastloser Schreiber, Afrika-Liebhaber und streitbarer Friedenskämpfer.

Der Schriftsteller war vor einigen Jahren an Krebs erkrankt. Im Dezember 2013 hatten Ärzte bei ihm Tumore in Hals, Nacken und Lunge entdeckt. Bis dahin hatte der Schriftsteller überwiegend in Mosambik in Afrika gelebt. Zur Behandlung kehrte er nach Schweden zurück. Erst im September hatte er in einem Interview mit dem "Stern" gesagt: "Ich werde wohl an dieser Krankheit sterben. Wann? Keiner weiß es."

In seinem jüngsten Buch "Treibsand", das auf Deutsch im Paul Zsolnay Verlag erschienen ist, sinnierte er über sein Leben mit der Krankheit, die Angst vor dem Tod und suchte eine Antwort auf die Frage: "Was es heißt, ein Mensch zu sein." 

Krebs – diese Promis sind erkrankt FOTO: Vox

Rund um den Globus hatte der Schöpfer der Krimis um den mürrischen Kommissar Kurt Wallander Millionen Fans. Mit diesen Büchern hatte der Schriftsteller über Jahre Auflagen in schwindelnden Höhen erreicht. Mit mehr als 15 Millionen verkauften Büchern allein in Deutschland und weltweit über 40 Millionen katapultierte der Kommissar aus Ystad seinen literarischen Vater regelmäßig an die Spitze von Bestsellerlisten und machte ihn zu einem der meistgelesenen Krimiautoren weltweit.

Doch Wallander als Mankells Lebenswerk zu bezeichnen, greift viel zu kurz. Immer war der Schwede mit mehreren Projekten gleichzeitig beschäftigt – schrieb einen neuen Thriller, drehte eine Serie für das schwedische Fernsehen, produzierte ein neues Theaterstück.

Zuletzt hatte sich Mankell auch in der Flüchtlingsfrage geäußert. "Ich glaube, dass es in Europa viel Heuchelei in der Art gibt, wie die Flüchtlinge gezählt werden", sagte der Autor Ende September der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Auf fünfhundert Einwohner kommt hier vielleicht ein Flüchtling, das ist sehr wenig. Die meisten Flüchtlinge gehen von einem armen Land in ein anderes. Es ist also schon geheuchelt, wenn man sagt, wir würden von Flüchtlingen geflutet – das werden wir nicht." 

Mankell wurde am 3. Februar 1948 in Stockholm geboren und wuchs in Härjedalen auf. Im Alter von 17 Jahren wurde er Regieassistent am Riks Theater in Stockholm. Nicht nur als Autor und Regisseur trat Mankell in Erscheinung. Sein politisches Engagement gegen Armut und Analphabetismus in Afrika nahm einen großen Teil seiner Zeit in Anspruch. Der Kontinent war neben Schweden seine Heimat, viele seiner Bücher handeln von Afrika.

"Meine Zeit zwischen Afrika und Europa aufzuteilen, hat mir Perspektiven und Distanz geschenkt, und ich glaube, es hat mich zu einem besseren Europäer gemacht", schrieb Mankell, der mit Eva Bergman, einer Tochter von Filmregisseur Ingmar Bergman verheiratet ist, auf seiner Internetseite. "Beide Orte sind mein Zuhause."

Solidarisch zeigte sich der überzeugte Sozialist mit der Sache der Palästinenser. 2010 machte der Richtersohn die Reise der "Gaza-Hilfsflotte" Richtung Palästina mit, die von israelischen Soldaten mit einem blutigen Einsatz gestoppt wurde. Neun türkische Mitreisende starben.

"Die haben versucht, mich zu töten, aber sie haben es nicht geschafft", sagte Mankell später darüber in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Nach seiner mehrtägigen Internierung warf der Autor Israel "Seeräuberei und Kidnapping in internationalen Gewässern" vor.

(dpa/AFP/das)
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