Henry Slesar: Aktion Löwenbrücke
VON REGINA PETRI - zuletzt aktualisiert: 02.06.2003 - 15:34Dieser Kriminalroman hat es in sich. Sein Autor, der Amerikaner Henry Slesar, wird im Juni 2003 75 Jahre alt; er zählt zu den berühmtesten seiner Zunft. Sieben Romane hat er geschrieben, über 500 Kurzgeschichten, 55 Hörspiele und mehr als 50 Thriller und Drehbücher, unter anderem für Alfred Hitchcock.
1963 entstand die "Aktion Löwenbrücke", die sich durch sprachliche Klarheit und inhaltliches Raffinement auszeichnet und mit einer unerwarteten Wendung auf den letzten paar Lesemetern aufwartet.
Aber der Reihe nach. Gleich zu Beginn präsentiert sich dem Leser die erste Leiche in einer Badewanne. Ob ermordet oder ertrunken, sei dahingestellt. Aus selbiger geht es schnurstracks weiter nach Washington zu Latham Drew, Agent der amerikanischen Regierung, der den Auftrag bekommt, sich auf die Suche nach Benjamin Dancer zu machen, einem angesehenen, spurlos verschwundenen Biochemiker. Von Washington nach London, weiter nach Paris und schließlich auf die Bahamas. Ein bisschen Agententum, viele Geheimnisse, eine sich Schritt für Schritt entwickelnde schnörkellose Geschichte, gut strukturiert mit präzisen Personenstudien, die Spaß machen. Und immer wieder das große Fragezeichen, was es denn nun mit besagter Löwenbrücke auf sich hat. Und ob die "weiße Königin" auf dem schwarzen oder dem weißen Feld zu stehen hat.
Fast schon ist der Ausgang gleichgültig. Hauptsache, man überlässt sich dem Fluss dieses auch über karikierende Züge verfügenden Krimis. Die Rätsel lösen sich, aber bis dahin dauert es zum Glück gute 300 Seiten lang. Bestes Unterhaltungsfutter.
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